Als Webdesigner begegne ich seit Jahren Projekten, bei denen für „Webdesign“ erhebliche Summen berechnet wurden, obwohl die Umsetzung im Kern auf WordPress und Page Buildern basierte – häufig unter Verwendung von Standardvorlagen, die angepasst, verschoben und neu kombiniert wurden. Diese Technik ist grundsätzlich legitim und hat ihren Platz.
Für jemanden wie mich jedoch, der seit über 27 Jahren Gestaltung und Code individuell entwickelt und konzeptionell denkt, entsteht dadurch eine besondere Marktsituation: Mit rein vorlagenbasierten Lösungen kann und will ich weder preislich noch zeitlich konkurrieren.
Dieser Beitrag richtet sich daher an interessierte Auftraggeber, die genauer verstehen möchten, wo die Stärken – aber auch die Grenzen – von Page Buildern liegen. Zugleich nähere ich mich der Frage, ob und inwiefern diese Werkzeuge zu einer zunehmenden Vereinheitlichung und Verflachung im Webdesign beitragen – und warum konzeptionell entwickeltes, zukunftssicheres Design hier einen anderen Anspruch verfolgt.
Gutes Webdesign ist eine Kunst und immer maßgeschneidert. Gutes Webdesign hat das Ziel, mit technisch modernstem Code eine Website nicht nur optisch ansprechend und mit hohem Wiedererkennungseffekt zu gestalten, sondern auch barrierefrei, zukunftssicher und mit effizienter Performance. Die Auswahl der richtigen Werkzeuge ist dabei in den letzten 10 Jahren ein wichtiger Faktor geworden. Reichte früher im Prinzip ein Grafikprogramm für die Entwürfe und ein Code-Editor für die "Programmierung", werden heute sehr häufig Page Builder wie "Elementor" und "DIVI" oder Homepage-Baukästen eingesetzt. Sie vereinfachen die Erstellung von Websites, indem sie es auch wenig erfahrenen Webdesignern ermöglichen, ansehnliche Websites zu erstellen. Für kleinere, kostengünstige Websites ist das auch durchaus nützlich und angebracht.
Page Builder bieten eine intuitive Drag-and-Drop-Oberfläche, mit der sich Layouts auch ohne Programmierkenntnisse anpassen lassen. Elemente können verschoben, strukturiert und visuell gestaltet werden, ohne direkt in den Code einzugreifen.
Zudem stehen zahlreiche vorgefertigte Vorlagen zur Verfügung, die als Ausgangspunkt dienen und den Gestaltungsprozess beschleunigen können.
Die Anpassungsoptionen sind umfangreich: Farben, Abstände, Typografie oder Animationen lassen sich meist komfortabel konfigurieren. Für viele kleinere Projekte bedeutet das eine deutliche Zeitersparnis – und damit geringere Kosten.
Websites, die mit Page Buildern erstellt wurden, enthalten häufig umfangreichen, redundanten Code. Dies kann zu längeren Ladezeiten führen und sich negativ auf Benutzererlebnis und Suchmaschinenoptimierung (SEO) auswirken.
Trotz vieler Einstellmöglichkeiten bleiben Gestaltung und Funktionalität systembedingt begrenzt – insbesondere dann, wenn spezifische, maßgeschneiderte Lösungen gefragt sind.
Langfristige Projekte geraten zudem leicht in eine technische Abhängigkeit vom jeweiligen System. Ein späterer Wechsel kann aufwendig sein, da Inhalte und Struktur eng an den Page Builder gebunden sind.
Auch die vermeintliche Kosteneffizienz relativiert sich häufig: Abonnements, Erweiterungen und Zusatzdienste summieren sich. Individuelle Kundenwünsche, die über das System hinausgehen, verursachen nicht selten zusätzlichen Entwicklungsaufwand.
Schließlich führt der verbreitete Einsatz standardisierter Baukastensysteme zu einer zunehmenden Gleichförmigkeit im Webdesign. Besonders in der mobilen Ansicht ähneln sich Navigation, Struktur und Interaktionsmuster stark. Wiederkehrende Animationen verlieren dabei schnell ihre Wirkung – und beeinträchtigen im ungünstigen Fall sogar die Nutzerführung.
Für Kunden ist die Frage selbstverständlich berechtigt, ob Webdesign mit Page Buildern nicht ausreichend für die eigenen Ansprüche und Ziele sind. Es geht hier nicht um das Schlechtreden einer Technik, die immerhin ästhetisch das Webdesign auf eine höhere Stufe gehoben hat, auch wenn manche Animationen bereits so weit verbreitet sind, dass sie nur noch langweilen, wenn nicht sogar das Nutzererlebnis beeinträchtigen.
Ich verstehe Webdesign als kreativen und konzeptionellen Prozess. Gemeinsam mit dem Kunden entwickle ich ein Erscheinungsbild, das den Markenkern stärkt und die Ziele des Unternehmens präzise widerspiegelt.
Im Mittelpunkt steht die Freiheit der Idee – nicht begrenzt durch Systemvorgaben, sondern getragen von Gestaltung, Struktur und technischer Substanz. Benutzerfreundlichkeit und Barrierefreiheit sind dabei integraler Bestandteil, nicht nachträgliche Ergänzung.
Individuelles Design geht Hand in Hand mit individueller Webentwicklung. Das Ergebnis ist kein Baukastensystem, sondern eine langfristig tragfähige Lösung.
Eine individuell entwickelte Website erfordert zunächst ein höheres Budget. Langfristig kann sie sich jedoch als wirtschaftlich sinnvoll erweisen:
Die anfängliche Investition steht damit einer stabilen, performanten und zukunftsfähigen Lösung gegenüber.
Wenn Sie eine sichere, ausbaufähige und individuell entwickelte Website planen, sprechen Sie mich gerne an. In einem unverbindlichen Erstgespräch klären wir gemeinsam, welcher Ansatz für Ihr Projekt sinnvoll ist.
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