Seit 2009 arbeite ich mit ExpressionEngine, inzwischen in der Version 7. Über 30 Kundenprojekte habe ich damit umgesetzt. Viele dieser Websites laufen seit mehr als zehn Jahren stabil – auch wenn sie im Laufe der Jahre erheblich erweitert wurden. Der Grund liegt in der Architektur von ExpressionEngine: eine klare Trennung von Inhalten, Layout und Systemfunktionen.
Diese Architektur sorgt dafür, dass Projekte schlank gepflegt, sicher betrieben und nachhaltig erweitert werden können. Und genau hier unterscheiden sich ExpressionEngine und TYPO3 deutlich. Im Folgenden zeige ich Ihnen 10 zentrale Vorteile, die Kosten, Zeit und Nerven sparen – mit konkreten Beispielen aus der Praxis.
Bei TYPO3 greifen Updates tief ins System ein. Extensions müssen angepasst, Datenbanken migriert, Konfigurationen überprüft werden. Das kann Tage oder Wochen dauern. ExpressionEngine hingegen hält Systemkern, Inhalte und Templates konsequent getrennt. Ein Update betrifft fast ausschließlich den Kern. Inhalte und Layouts bleiben unberührt.
Beispiel: Bei einer Schul-Website mit tausenden Artikeln habe ich ein Major-Update (Version 6 auf 7) in weniger als einem Tag eingespielt – ganz ohne dass Redakteure es überhaupt bemerkt hätten.
Vorteile: Kaum Ausfallzeiten, geringere Kosten, mehr Sicherheit.
In TYPO3 bedeutet eine Erweiterung oft: Neue Extensions, komplizierte Konfigurationen, hoher Aufwand. In ExpressionEngine wird für jede neue Funktion einfach ein Channel mit eigenen Feldern angelegt. Bestehende Inhalte bleiben unberührt.
Beispiel: Ein mittelständisches Unternehmen wollte zu seinen Produkten zusätzlich regionale Referenzprojekte präsentieren. In EE wurde dafür ein Channel „Projekte“ angelegt – mit Feldern für Beschreibung, Bildergalerie und Standort. Sofort konnte der Kunde mit eigenem Content loslegen.
Vorteile: Websites wachsen organisch mit – ohne Umwege und Zusatzmodule, allein mit Bordmitteln
TYPO3 setzt stark auf vordefinierte Content-Elemente. Diese müssen oft angepasst oder mit Extensions erweitert werden. In ExpressionEngine werden Felder exakt nach Projektbedarf angelegt – ob Text, Bild, Datei oder Relation. Dadurch entstehen saubere Inhaltsmodelle, die auch nach Jahren noch verständlich und nutzbar sind.
Beispiel: Bei einem Bildungsunternehmen sind über 250 Standorte im System gepflegt – jeder mit Ansprechpartnern, Bildern und Kursangeboten. Dank klarer Feldstruktur können Mitarbeiter Inhalte schnell und konsistent eintragen. (Dieser Bereich wurde erst nachträglich hinzugefügt, die Website war bereits über ein Jahr im Betrieb. Der Ausbau war unkompliziert und es gab nicht eine Minute einen Ausfall der Website.)
Vorteile: Konsistente Datenpflege, einheitliches Layout, weniger Redaktionsfehler.
In TYPO3 ist die Rechtevergabe komplex und unübersichtlich. Oft braucht es Spezialisten, um Rollen sauber zu definieren. ExpressionEngine bringt eine transparente Rollen- und Rechteverwaltung mit. Redakteure können genau die Bereiche pflegen, die ihnen zugewiesen sind.
Beispiel: An einer Schule gibt es drei Redakteure: Ein Lehrer pflegt die News, die Schulleitung veröffentlicht die Elternbriefe (Newsletter) und die Schülervertretung pflegt ihre eigene Seite. Alles läuft über dieselbe Installation – ohne Überschneidungen.
Weiteres Beispiel: Ein Verband mit 16 Standorten wollte die gesamte Website zentral im Sekretariat pflegen lassen. Die zuständige Mitarbeiterin hatte kaum technische Vorkenntnisse. Mit einem kurzen Handout und einer zweistündigen Einführung war sie bereits in der Lage, Inhalte sicher einzupflegen. Nach insgesamt drei Stunden Training konnte sie selbstständig arbeiten.
Vorteile: Teams arbeiten eigenständig, ohne sich gegenseitig ins Gehege zu kommen, und selbst Mitarbeiter ohne CMS-Erfahrung finden sich schnell zurecht.
TYPO3 bringt viele Funktionen mit, die nicht jeder braucht – das bedeutet mehr Angriffsfläche. ExpressionEngine setzt dagegen auf einen schlanken Kern und viele eingebaute Sicherheitsfunktionen: CAPTCHA, IP-Sperren, Passwort-Policies, automatische E-Mail-Verschlüsselung, Session-Management, XSS- und CSRF-Schutz.
Beispiel: Bei einer Website mit sensiblen personenbezogenen Daten konnte die IT-Abteilung problemlos IP-Bereiche ausschließen, die für Angriffe auffällig waren – ganz ohne zusätzliche Software.
Vorteile: Weniger externe Plugins, weniger Sicherheitslücken, mehr Stabilität.
TYPO3 kann bei wachsenden Inhalten zu komplexen Abfragen neigen. Das erfordert oft Tuning. ExpressionEngine arbeitet mit klaren Relationen und schlanken Abfragen. Auch bei tausenden Datensätzen bleibt das System performant.
Beispiel: Eine Schul-Website mit tausenden Artikeln im Archiv läuft stabil – auch bei starkem Traffic. Die Datenbankstruktur blieb über Jahre unverändert.
Vorteile: Stabilität und Performance, selbst bei Großprojekten.
In TYPO3 vermischen sich Inhalte und Layout über Extensions oder TypoScript. Das erschwert barrierefreie Ausgabe. ExpressionEngine trennt Inhalte strikt von Templates und Stylesheets. Inhalte liegen „sauber“ vor und können barrierefrei ausgegeben werden.
Beispiel: Im Zuge einer barrierefreien Umgestaltung einer öffentlichen Institution mussten für Bilder nachträglich Felder für alternative Texte eingeführt werden, die bei Bedarf gefüllt werden können. Gleichzeitig sollte es die Möglichkeit geben, über einen einfachen Schalter Transkriptionen zu Videos anzugeben. Beides ließ sich in ExpressionEngine mit wenigen Klicks über neue Felddefinitionen realisieren – ohne dass bestehende Templates aufwändig geändert oder werden mussten. Auch im Frontend war Videotext nur zu sehen, wenn das Feld aktiviert war.
Vorteile: Barrierefreie Standards lassen sich leichter und ohne CMS-bedingte Einschränkungen umsetzen.
TYPO3 und WordPress sind Massen-Systeme – beliebt bei Angreifern. ExpressionEngine ist weniger verbreitet und deshalb kein primäres Ziel für Bots. Dazu kommen eingebaute Schutzmechanismen wie Spamfilter, Kommentar-Kontrolle oder E-Mail-Verschlüsselung.
Vorteile: Weniger Aufwand für Spam-Abwehr, weniger Supportkosten.
TYPO3 zwingt Entwickler in komplexe Strukturen (TypoScript). ExpressionEngine arbeitet mit einer klaren, HTML-nahen Template-Sprache. Jeder erfahrene Webentwickler kann sich in kurzer Zeit einarbeiten – auch bei großen Projekten.
Beispiel: Als Webentwickler übernahm ich eine lange nicht gepflegte ExpressionEngine-Website (Version 2) mit zahlreichen veralteten Addons und Plugins. Trotzdem habe ich die Struktur und Besonderheiten schnell durchblickt und konnte die Websitein mehreren Tagen ohne Ausfall und trotz zahlreicher Inhalte bis zur Version 6 von ExpressionEngine upgraden.
Vorteile: Einfache Übergabe, schnelle Einarbeitung, geringere Kosten.
TYPO3 setzt stark auf Standard-Content-Elemente. ExpressionEngine erlaubt frei konfigurierbare Felder, die exakt auf den Content abgestimmt sind. Das sorgt für nachhaltige Strukturen.
Beispiel: In einem Projekt sollte nachträglich eine umfangreiche FAQ integriert werden, die in Form eines Akkordeons funktioniert. Dafür wurde ein Grid-Feld mit den passenden Unterfeldern angelegt. Redakteure können dort zu jedem Eintrag eine Überschrift, den zugehörigen Text und eine Sprungadresse definieren. Die Sprungadresse ermöglicht es, dass einzelne FAQ-Einträge direkt angesteuert und automatisch geöffnet werden. Für die Redaktion ist das besonders komfortabel: Sie kümmert sich ausschließlich um die Inhalte, während die technische Logik für Sortierung, Anzeige und Verlinkung automatisch funktioniert.
Vorteile: Inhalte lassen sich flexibel abbilden, Redakteure pflegen nur, was nötig ist, und das System bleibt auch bei neuen Anforderungen stabil und erweiterbar.
Ein entscheidender Unterschied: Mit ExpressionEngine lassen sich die meisten Anforderungen ohne externe Add-ons umsetzen – Mehrsprachigkeit, SEO, Mitgliederverwaltung, Microsites, Newsletter. Nur in Spezialfällen (z. B. Online-Shop) werden externe Erweiterungen genutzt.
Vorteile: Weniger Abhängigkeit von Drittanbietern, höhere Sicherheit, längere Lebensdauer.
Auch wenn ExpressionEngine im internationalen Umfeld entwickelt wird, ist die Benutzeroberfläche vollständig in deutscher Sprache verfügbar. Redakteure, die sich nicht mit englischen Begriffen beschäftigen möchten, können also problemlos in ihrer Muttersprache arbeiten.
Darüber hinaus lässt sich die Oberfläche in verschiedenen Sprachen anlegen – ein Pluspunkt für international tätige Unternehmen, die Redakteure in unterschiedlichen Ländern haben. Jeder Mitarbeiter sieht das Backend in der Sprache, die für ihn am besten passt.
Vorteile: Redaktionsarbeit ohne Sprachbarrieren und volle Flexibilität bei internationalen Teams.
Stellen Sie sich eine Universität vor, die eine zentrale Website betreibt und für jede Fakultät eigene Bereiche hat: Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften, Medizin. Jede Fakultät will eigenständig Inhalte pflegen – News, Veranstaltungen, Download-Bereiche für Prüfungsordnungen und Vorlesungsskripte.
In TYPO3 wäre das mit aufwändigen Extensions, komplizierten Rechtestrukturen und oft mehreren Installationen verbunden. Änderungen müssten von zentralen Administratoren gesteuert werden – ein hoher Aufwand.
Mit ExpressionEngine geht es deutlich einfacher:
Ergebnis: Fakultäten können ihre Inhalte selbst pflegen, die IT behält die Übersicht, und die Universität spart auf lange Sicht Zeit, Geld und Nerven.
Im deutschsprachigen Raum – also in Deutschland, Österreich und der Schweiz – ist ExpressionEngine bislang noch wenig verbreitet. Viele Unternehmen setzen hier auf die großen Namen wie TYPO3 oder WordPress.
Ganz anders sieht es in den USA und Kanada aus: Dort ist ExpressionEngine seit vielen Jahren eine feste Größe im Agentur- und Unternehmensumfeld. Zahlreiche bekannte Firmen und Institutionen nutzen es, unter anderem:
Diese Beispiele zeigen: Auch wenn ExpressionEngine in Deutschland vergleichsweise unbekannt ist, hat es sich international längst als stabiles und leistungsfähiges CMS bewährt.
ExpressionEngine ist für kleine wie große Websites geeignet – von regionalen Unternehmen bis hin zu internationalen Portalen oder Universitäten mit tausenden Nutzern.
Gegenüber TYPO3 überzeugt es durch:
G2 – Vergleich ExpressionEngine vs. TYPO3
Ausführliche Nutzerbewertungen zeigen: ExpressionEngine punktet bei einfacher Einrichtung und Bedienung, während TYPO3 komplexer in der Handhabung ist.
ExpressionEngine: Einblicke in die CMS-Portierung und Website-Modernisierung
2 Beispiele aus der Praxis der Website-Modernisierung veralteter ExpressionEngine-Websites
Was kann ExpressionEngine?
Stärken und Schwächen eines CMS
Capterra – ExpressionEngine Reviews
Nutzer betonen besonders die Flexibilität durch Custom Fields und die volle Kontrolle über Templates.
Svaerm – WordPress vs. TYPO3 (inkl. TYPO3-Kritik)
Ein praxisnaher Artikel über die Vor- und Nachteile von TYPO3, insbesondere die hohen Entwicklungs- und Wartungskosten.
IThelps Digital – CMS Vergleich
Betont die Vorteile, aber auch die hohen Anforderungen und die Komplexität bei TYPO3, gerade für kleinere Unternehmen.
WindowsUnited – Vergleich von TYPO3 und anderen CMS
Hebt die Stärken von ExpressionEngine bei Sicherheit, Anpassbarkeit und komplexen Inhaltsstrukturen hervor.
Wikipedia – TYPO3
Allgemeine Informationen zur Verbreitung und Entwicklung von TYPO3, insbesondere im deutschsprachigen Raum.
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