Ralph Segert

WordPress, ExpressionEngine, Typo 3: Welches CMS ist das beste CMS?

—   07.07.2017    Rubrik: CMS    Views: 678      —

Welches CMS ist das beste CMS? Die Überschrift mit den genannten CMS-Marken deutet bereits an, dass das die falsche Frage ist, da es darauf keine zufriedenstellende Antwort geben kann. Die richtige Frage ist: Welches CMS ist für was das richtige? Ich möchte eine Antwort darauf versuchen, indem ich anhand meiner Erfahrungen mit WordPress und ExpressionEngine zeige, dass die Art der Website, ihre Komplexität, ihre Inhalte und die Kundenanforderungen die Auswahl bestimmen sollten.

Startseite von ExpressionEngine
Startseite von ExpressionEngine, meinem favorisierten CMS für flexible Websites

Vor jeder CMS-Entscheidung steht bei mir mittlerweile die Frage, braucht der Kunde für seine Website ein CMS? Fast reflexhaft habe ich jahrelang WordPress empfohlen, auch wenn die Seitenanzahl nicht über 10 hinausging. Sicher, der Kunde würde vielleicht bloggen oder schien sich mit einem Newsbereich anfreuden zu können. Aber die Erfahrung zeigte, dass der Kunde das einfach nicht nutzte oder so selten, dass er die Handhabung mit WordPress längst vergessen hatte.

Heute frage ich hartnäckig nach, ob der Kunde wirklich bereit ist, regelmäßig neue Inhalte einzupflegen. Wenn die neue Website dann nicht mehr als 20 Seiten haben wird, empfehle ich eine statische Website. Die Vorteile liegen auf der Hand, sowohl für den Webdesigner als auch für den Kunden. Die Pflege und Aufmerksamkeit, die wir einer WordPress-Installation schenken müssen, fällt weg. Die Gefahr, dass der Kunde in einigen Jahren die böse Überraschung eines gehackten WordPress-Accounts erlebt, weil er sich nie um Updates gekümmert hat, auch.

Und technisch gesehen habe wir die schnellste Website überhaupt. Keine Scripte, die Ressourcen fressen, keine Datenbankanbindung, die unnötig Serveranfragen produziert. Kein Spam. So habe ich meine letzten beiden Kunden mit kleinem Budget einfache statische Websites empfohlen, die sowohl mobil wie stationär ihren Zweck der Imagepflege erfüllen und einen guten Eindruck hinterlassen.

Beispiel für eine statische Site

Statische Websites für eine Naturheilpraxis und eine Zahnarztpraxis

Website für einen Zahnarzt

Wann ist Wordpress besser als ExpressionEngine?

Ohne Zweifel ist WordPress hervorragend für Blogs geeignet und auch kommerzielle Sites mit mehreren dynamischen Bereichen lassen sich damit relativ schnell und vor allem kostengünstig aufsetzen. Es fallen keine Lizengebühren an und die Template-Anpassung hat eine geringe Lernkurve für mehr oder weniger erfahrene Webdesigner. 

Sehr gut ist die intuitive Bedienbarkeit, die auch weniger versierten Computernutzern einen sicheren Umgang erlaubt. Vorausgesetzt er bleibt am Ball. Auch das Auto-Update erleichtert die Pflege und das Sichern und Umziehen einer WordPress-Site verlangt keine großen Geschicke. Zudem sorgen zahlreiche Plugins für eine leicht zu handhabende Erweiterung der Funktionalitäten und viele gute Plugins sind kostenfrei.

Somit eignet sich WordPress für Privatleute, Freiberufler, Künstler, kleine Unternehmen und Vereine, die nur ein geringes Budget zur Verfügung haben und denen vor allem wichtig ist, dass die Website leicht zu pflegen und zu erweitern ist. ExpressionEngine wäre in solchen Fällen wohl zuviel des Guten. Nicht nur, dass die einmalige Lizenzgebühr von 299 Euro die Kosten erhöht, auch der Konfigurationsaufwand ist höher und damit etwas kostenintensiver.

Gemeinsam haben beide Systeme die leichte Installation und die intuitive Bedienbarkeit des Backends. Letzteres kann in ExpressionEngine aber weitaus flexibler und differenzierter gesteuert werden, nicht zuletzt durch die ausgereifte Mitgliederverwaltung.

Wann ist ExpressionEngine die bessere Wahl?

Um es vorweg zu nehmen, ExpressionEngine eignet sich für mittlere bis sehr umfangreiche Websites, die zum Beispiel mit geschützten Webbereichen und Landingpages kombiniert werden könnten. Also für Webprojekte mittelständischer Unternehmen und ambitionierter Startups, die in der Regel Typo3 oder Drupal einsetzen. Und dort wo WordPress an seine Grenzen stößt, läßt sich ExpressionEngine erst richtig ausreizen.

Im Unterschied zu Typo3 zeichnet sich ExpressionEngine durch seine ungeheuere Flexibilität aus, ohne dass der Konfigurationsprozess und das Frontend-Coding übermäßig kompliziert werden müssen. Interessierten Kunden erzähle ich oft, dass ExpressionEngine nach der Installation wie ein weisses Blatt sei. Alles komme auf eine gute Planung und Informationsarchitektur an. Am Ende können Daten- und Navigationsstrukturen sehr umfangreich und verschachtelt sein, sie sind stets mit verhältnismäßig wenig Entwicklungszeit umsetzbar. Zudem bleiben sie transparent, wenn man bereit ist, die Strukturen zu dokumentieren und die mächtige Templatesprache auszureizen, anstatt unnötig eigenes PHP oder Javascript zu schreiben.

Selbst wenn der Kunde nicht genau weiss, was seine neue Website in Zukunft bieten soll, um welche Content- und Ereignisbereiche sie erweitert werden soll, ExpressionEngine bleibt bei durchdachter Strukturierung stets flexibel und unkompliziert ausbaubar, ohne bereits Entwickeltes grundsätzlich in Frage stellen zu müssen. Grenzen setzt nur das User Interface Design selbst, wenn zum Beispiel für die Erweiterung eines vertikalen Hauptmenüs kein Platz mehr vorhanden ist.

Diese Flexibilität und Skalierbarkeit suchen wir bei WordPress vergebens. Und ab einem bestimmten Komplexitätsgrad geht es in WordPress ohne Plugins nicht mehr weiter. ExpressionEngine dagegen bringt mächtige Bordinstrumente mit. Das besondere an diesen Instrumenten: Wir können die inhaltliche Komplexität einer Website mit einem ersten Meilenstein abbilden, ohne eine Zeile Code schreiben zu müssen. Das kommt erst danach.

So erlaubt die umfangreiche und einfach zu bedienene Felderverwaltung die Abbildung jeglicher Inhaltstypen mit frei definierbaren Feldern. Das können zum Beispiel Produktdaten sein wie Fahrzeugtypen mit technischen Spezifikationen sowie Bildern und Dokumenten für den Download. Das können die Bereiche eines Newsportals sein oder die Firmenstandorte eines international agierenden Unternehmens. Was die Abbildung von Inhalten angeht, so gibt es keine Grenzen und kein Chaos. Vorausgesetzt die Informationsarchitektur wird professionell angegangen - siehe auch meinen Artikel ExpressionEngine 3: Geniale Felderverwaltung mit individuellen Felderlayouts.

Ein weiteres mächtiges Bordwerkzeug ist die Kategorienverwaltung. Damit können komplexe und verschachtelte Navigationsstrukturen angelegt und verwaltet werden. Und ich rede hier immer noch über Wording und Mausklicks, nicht über das Coding.

Erwähnen möchte ich auch die Statusgruppen. Damit können wir nicht nur komfortabel die Ausgabe von Inhalten steuern, sondern auch das Layout bestimmen, das sie haben sollen. Ein einfaches Beispiel: Nur der erste Beitrag einer Seite soll die Überschrift H1 haben, die anderen H2. Ich definiere dafür einfach einen Status und referenziere diesen im Template. Beim Schreiben des Beitrags weise ich dann einfach den passenden Status zu. Ein unscheinbares aber mächtiges Werkzeug, es liegt am Kunden und Webentwickler, es sinnvoll zu nutzen.

Sicherheitseinstellung in ExpressionEngine

Auch im Zusammenhang mit folgenden Bordmitteln von ExpressionEngine kann WordPress nicht mithalten:

  • Zahlreiche Sicherheitseinstellungen für Formulare, für das Cookie-Verhalten und die Mitgliederverwaltung. Blacklist und Whitelist, importierbar mit zahlreichen Einträgen (User-Agent, IP-Adresse, URL).
  • Ein mächtiges und relativ einfach zu erlernendes Templatekonzept, dass einen komplexen Websiteausbau um Mehrsprachigkeit, Extranetbereiche, Landingpages, Microsites und vieles mehr erlaubt (siehe dazu meine CMS-Konzept Modulée). Das erlaubt ein modulares Wachstum der Website, ohne dass der laufende Betrieb der Website gestört werden muss.
  • Die Templatesprache erlaubt eine einfache bis komplexe Verschachtelung von Inhalten, ohne Redundanzen und Spaghetticode in den Templates. So kann einmal eingegebener Content mit ein paar Codezeilen und den richtigen Feldertypen immer auch in anderen Zusammenhänge angezeigt werden. Bei kluger Planung muss kein Inhalt doppelt eingegeben werden. 
  • Eine Mitgliederverwaltung, die eine sehr fein ausdifferenzierte Rechtevergabe für Editoren und Redakteure erlaubt, für jeden einzelnen Inhaltsbereich (Channel) und mit frei definierbaren Mitgliedergruppen. Die Mitgliederverwaltung kann zudem für den Aufbau von Communities, die intern miteinander kommunzieren könnten, genutzt werden. So könnten sich Benutzergruppen zum Beispiel untereinander über die Pflege eines Inhaltsbereichs austauschen.

Diese Beispiele zeigen vielleicht bereits, dass ExpressionEngine die richtige Wahl für Websites ist, die flexibel in vielen Richtungen wachsen sollen; ohne technische Einschränkungen und ohne ausufernde Kosten. Die Zeitersparnis ist immens. Und selbst wenn ein Inhaltsbereich gründlich umstrukturiert werden muss, es wird immer nur dieser Teilbereich betroffen sein, alles andere an der Website bleibt unberührt.

Ich plane eine Reihe von Artikeln, die die genannten Vorteile von ExpressionEngine anhand von Kundenprojekten konkret erfahrbar machen. Websites, die ich mit ExpressionEngine umgesetzt habe, sind in meinem Portfolio zu sehen. Zudem informiere ich gerne am Telefon über die Stärken sowie über die Vorteile und Nachteile von ExpressionEngine: 0162 4274462.

   

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Kommentare (2)

Werner schrieb am 09.07.2017 um 15:37:

Interessanter Einblick in Expressionengine, aber nicht so recht vorstellbar, dass es so einfach sein soll ;)

Ralph schrieb am 11.07.2017 um 10:10:

Ralph's avatar

Es folgen Artikel aus der Praxis, die werden es deutlicher machen. VIelleicht auch Tutorials, ist eine Zeitfrage.

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