Ralph Segert

#CSS

08.06.2017

Manchmal ist das DRY-Prinzip auch Luxus

Ich kann mir vorstellen, dass nicht wenige (CSS-)Coder das DRY-Prinzip nicht in der gebotenen Strenge befolgen. Ich habe Verständnis dafür, da wir in der Webentwicklung oftmals andere Sorgen und Prioritäten haben. Komplexe Websites entwickeln sich im Eifer des Gefechts, Probleme müssen gelöst, Ideen widerrufen werden. Arbeiten auf verschiedenen Komplexitätsebenen und Zeitdruck tun das übrige dazu.

Coding ist für perfektionistisch veranlagte Designer zudem niemals Routine im Sinne von: Hier ein Baustein und dort ein Snippet und fertig ist das Werk. Das Werk ist eben nie wirklich fertig. Das Layouten mit CSS ist zudem durch die Anforderungen responsiven Webdesigns komplexer geworden. Kommt der Anspruch hinzu, dem KISS-Prinzip zu folgen, wird auch der Code zwangsläufig immer wieder geändert und angepasst. Das ist wie Tanzen auf zwei Hochzeiten namens Coding und Design.

Als Freiberufler habe ich zudem nicht selten mit knappen Budgets zu haushalten. Der bis ins kleinste optimierte Code wird dann schon mal als Luxus empfunden. Zahlreiche Anforderungen und Wünsche des Kunden sind zu erfüllen und manche Extra-Arbeit wird nicht bezahlt, aber klaglos gemacht. Schließlich ist mir das Privileg der freien kreativen Arbeit bewusst und ich geniesse den Augenblick, in dem der Kunde hochzufrieden seinen Dank ausspricht und ich mein “Baby” seiner Bestimmung überlasse.

Ohne Gewissenhaftigkeit und ein Gefühl für den Kunden - das kleine virale Marketing des Freiberuflers - ist das nicht zu erreichen. Ein schlechtes Gewissen wegen ein paar überflüssiger Zeilen Code scheint mir dann machmal zuviel des Guten.

Wie bin ich jetzt auf das Thema gekommen? Urspünglich wollte ich mitteilen, dass ich mir grad die Zeit nehme, den CSS-Code für segert.net Zeile für Zeile auf Überflüssiges zu prüfen, ohne Automaten, der die Arbeit für mich macht. Die Kontrolle will ich nicht abgeben, ich will sehen, was ich zuviel geschrieben oder beim tausendmaligem Anpassen vergessen habe. Den Luxus leiste ich mir. ;) Für den Lernefffekt.

Thema: Design · Kommentare 0 · Direktlink

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