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Ein Besuch im Heimatkabinett

Wetterhahn, 15. Jhdt. Herr Wener leitet seit 1977 das Heimatkabinett im Alten Dorf von Westerholt. Wir fragten nach seinen Motiven.

» Das Heimatkabinett erhebt nicht den Anspruch, ein Museum zu sein, deshalb Kabinett. « Herr Wener betreibt das Heimatkabinett aus der Familientradition heraus und weil es ihn begeistert, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen. Schon sein Großvater Wilhelm Schnitzler (1864 · 1946) richtete um die Jahrhundertwende in einem Nebenraum seiner Gaststätte ein sehenswertes Museum ein.

allerlei Sehenswertes

Das Heimatkabinett existiert seit 1952, damals wurde es noch von Herrn Dr. Deitmar betreut. Jährlich hat es 1500 - 1800 Besucher und Herr Wener realisiert 80 Führungen durch den alten Ortskern und das Heimatkabinett, viele Besucher kommen von außerhalb. Aber auch die Bevölkerung hat großes Interesse an der Geschichte ihrer Heimat, Bücher und Bändchen sind immer sehr schnell vergriffen.

Was macht die Westerholter Geschichte denn besonders interessant, fragen wir Herrn Wener. » Der Renner «, sagt er, sei nach wie vor der Hexenprozess um Änneken Spiekermann, wegen dem noch nach Jahrzehnten Uneinigkeit im Ort herrschte.

Aber wissen Sie auch vom "Schmied von Westerholt"? 1923 während der Ruhrbesetzung wurde in der gräflichen Scheune ein französischer Schmied von einem französischen Offizier erschlagen - die Nazis machten in ihren Erzählungen aus Gründen des Patriotismus aus dem französischen einen deutschen Schmied. Hierzu gibt es 6 Gedichte aus ganz Deutschland, sogar ein Theaterstück, welches in Wismar aufgeführt wurde. 10 Jahre hat Herr Wener gebraucht, um eine Postkarte mit Gedicht und Abbildung des Schmiedes zu erlangen.

Heinz Wener » Der Mensch ist so angelegt, dass er lieber die guten Dinge behält und die schlechten beiseite schiebt. Auch aus diesem Grunde ist es wichtig, die Ereignisse festzuhalten. Aus der Geschichte kann man lernen.«

Jetzt schreibt und illustriert (!) Herr Wener ein Buch über die Westerholter Geschichte. Die Informationen bezieht er aus den Chroniken seines Großvaters Wilhelm Schnitzler und den Chroniken von Karl Pohlmann und des Wirtes Retz. Da die 3 ungefähr zur gleichen Zeit lebten, kann er dort hervorragend übereinstimmende Inhalte überprüfen. Sein Buch soll in diesem Jahr erscheinen und einen Umfang von etwa 300 Seiten haben.

Geschrieben im Mai 2001 - Der Artikel erhebt keinen Anspruch auf Aktualität.

Das Heimatkabinett hat eine neue Adresse:
Heimatkabinett im Café Oelmann
Schlossstraße 34
45701 Herten-Westerholt

Grüße von 1903

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