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Umfrage: Spannendes Web der Zukunft

30. Juni 2006 um 14:28

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7 Kommentare

  • 1. Gabi am 30. Juni. 2006 um 15:10

    Da ich erst relativ spät in die Materie “Webstandards” eingestiegen bin, ist der Bereich der Layoutgestaltung mit css immer noch spannend und obwohl ich schon mehrere Projekte erstellt habe. Ferner machen mir kleine Spielereien mit PHP viel Spaß.

    Sehr spannend sind für mich aktuell CMS und mit einem solchen – Papoo – werde ich mich ab der nächsten Schlechtwetterperiode beschäftigen. Vielleicht habt Ihr ja sogar bei Gelegenheit einen kleinen Beitrag für mich ;-)
    Projekt Deutsche Küche

  • 2. Onno am 1. Juli. 2006 um 01:05

    Die Reise wird mit Sicherheit von Hölzchen über Stöckchen gehen. Und in mancher Nische wird man vom Engagement engagierter Webworker mitgerissen. Der Dirigent ist mein “To do” für die nächste Schlechtwetterperiode, Dirks YAML begrüße ich nach wie vor mit steter Begeisterung.

  • 3. Ralph am 1. Juli. 2006 um 11:48

    Gabi, wir sind dabei mit einem Beitrag, gehören wir doch zu Freunden einer einfachen und schmackhaften Küche :-)

    Onno, Der Dirigent ist interessant, beeindruckend auch die ausführliche Dokumentation

  • 4. Oliver am 1. Juli. 2006 um 13:14

    Tagging gehört sicherlich für mich zu einer kleinen Gruppe Technologien, die Dokumentstrukturen, IT-gestützte Informationssysteme, Webseiten, Produktkataloge und damit die notwendige Denkweise bei Anwendern revolutionieren wird.

    Weiterhin bin ich begeistert von der Menge an Services zur Informationskontrolle und für sogenannte Mashups, die sicherlich mittelfristig die Basis vieler Webapplikationen bilden werden.

    Die dritte Sache, die ich erwähnen möchte, ist die Wichtigkeit von persönlicher Relevanz und der Netz-Identität, die sich um die Internet-Nutzer herum aufbaut. Meine Tätigkeit im Netz, meine Vorlieben, meine von mir beigesteuerten Informationen, meine Meinungen und meine Beurteilungen bestimmen dabei mein Netz-Ich, das u. U. so ganz anders sein kann als mein Selbstbild.

    Zwei besondere Arten der Relevanz sind mir dabei aufgefallen. Zunächst die Empfehlungen und Aussagen von Menschen, die mir gedanklich nahestehen (oder von denen ich es vermute). Diese Relevanz hat sicherlich Priorität 1. Die zweite Art ist die reine Quantität. Wenn abertausend Meinungen die Beurteilung eines Inhalts oder Produktes in eine bestimmte Richtung drängen, bin ich mehr geneigt, dieser Beurteilung zu glauben (siehe das Digg.com-Konzept). Je mehr Nutzer ihre Persönlichkeit im Netz bilden, umso grösser wird der Topf, aus dem Relevanzen für mich persönlich geschöpft werden können.

    Ich suche z. B. längst nicht mehr so oft über Google – die Relevanz ist hier für mich von rein technischen Parametern abhängig. Stattdessen nutze ich die Google Blogsearch, Technorati oder del.icio.us/digg, um interessante Artikel oder Informationen zu einem Code-Problem o. ä. zu finden. Die persönliche Beurteilung durch Blogger, dessen Meinungen ich teile, oder die ich als Referenz-”Beurteiler” ansehe, ist mir hier wichtiger als die schiere Masse von Links, die ich mit der normalen Google-Suche erhalte.

    Wie diese persönliche Relevanz in Applikationen und Webseiten abgebildet wird, wage ich noch nicht vorauszusehen (Amazon geht da ja seit langem mit Beispielen voran), aber ich bin mir sicher, dass sie eine grosse Rolle spielen wird.

    Ich stelle mir nur vor, dass irgendwann das Fernsehen per Internet kommt, dass mir dort nur Werbung gezeigt wird, die (weil man meine unzähligen Nutzerprofile kennt und Oliver Schwarz quasi den Werbetreibenden und den Sendungsmachern “bekannt” ist) nur für mich relevante Produkte zeigt.

    Das birgt natürlich auch Gefahren. Das Datamining mit persönlichen Informationen nimmt ja schon jetzt bedenkliche Ausmaße an. Aber hier ist Aufklärung gefragt und eine kluge Gesetzgebung – frag’ mich bitte nicht, wie – ich habe selber noch keine klare Idee. Ich weiss nur, dass die Bildung einer Netz-Identität inkl. dem Schutz des Individuums, das dahintersteckt, sicherlich eine der großen Herausforderungen der nächsten 20 Jahre sein wird.

  • 5. Oliver am 2. Juli. 2006 um 11:25

    Ich schreibe dieses Follow-Up nur, weil ich im Moment ziemlich verärgert bin. So weit ist es nämlich mit den neuen Technologien auch nicht – zumindest für einige Internetnutzer. Ich kann es Dir, Ralph, also auch nicht verübeln, wenn Du dieses Kommentar beizeiten löschst.

    Alle von mir oben genannten Punkte bauen auf einer Gemeinsamkeit auf: Nämlich dass alle Beteiligten (im Internet) von denselben Rahmenbedingungen ausgehen. Dieser Zustand ist (das habe ich heute morgen wieder mal gelernt) allerdings noch weit, weit, weit entfernt.

    Ich möchte an dieser Stelle auf meinen Beitrag: http://hasematzel.de/blog/2006/07/02/schoenerbrausen-phischt-google/ verweisen, der alle Geschehnisse beschreibt und in dem alle weiteren Quellen verlinkt sind.

    Das soll kein Comment-Spam sein, ich möchte nur noch auf ein weiteres Problem beim Reifeprozess des Internets hinweisen: Der Unmündigkeit einiger Benutzer.

  • 6. Ralph am 2. Juli. 2006 um 13:36

    Diesen Kommentar werde ich bestimmt nicht löschen, hat er mich doch zu einem kleinen Ausblick angeregt. ;-)

    Und: Auch wenn meine Fragen hier positiv formuliert sind, heißt das nicht, dass Kritik ausgeschlossen ist. In Deinem ersten Kommentar hast Du z.B. einen Punkt angesprochen, den ich kritisch im Hinblick auf mein Netzverhalten betrachte: Welche Folgen hat mein Publizieren und Verhalten im Netz im Hinblick auf den Schutz meiner Persönlichkeitsrechte? Daten werden fleissig gesammelt und von Konzernen genutzt, um Käuferprofile zu erstellen. Staatsschützer könnten durch ein kritisches politisches Statement veranlasst werden, eine Datei anzulegen. Wird bald ein Persönlichkeitsprofil über eine spezielle Suchmaschine abrufbar sein, die auch persönliches Bloggen auswertet? Für mich ist die Zeit reif, ab und zu darüber nachzudenken, was und wie ich im Internet publiziere, welche Dienste ich nutze und welche ich vermeide. Aber es ist nicht einfach, konsequent zu sein. Manchmal ist es doch notwendig, über Kreditkarte zu kaufen und bloggen macht mir nur Spass, wenn ich nicht darüber nachdenken muss, ob jemand meine Postings zu meinem Nachteil ausnutzt.

  • 7. Oliver am 2. Juli. 2006 um 13:56

    Ich stimme Dir da voll zu. Prinzipiell ist meine Netz-Identität ja gleich der in meinem “richtigen Leben”. Ich äussere also nichts, was ich nicht auch sagen würde. Das Problem ist ein anderes: Die Verbreitung und die Verfügbarkeit. Auf einmal explodiert das mögliche Wissen über mich.

    Martin Roell hat sich Gedanken dazu gemacht, seine Meinung kann ich aber nicht ganz teilen.

    In diesem Kontext wird die Frage nach der “Moral” auf eine ganz andere Ebene gehoben. Darf ich als Werbetreibender etwas ausnutzen, nur weil es zur Verfügung steht? Darf ich als Staat handeln (und Daten sammeln), weil ich die Grundlage dafür in meinen Händen halte. Ich habe selten ein so komplexes Thema in meinem Kopf gehabt und es umtreibt mich jetzt schon seit längerer Zeit.

    Wer kann hier Maßstäbe setzen, die eine “selbstverständliche persönliche Moral” einklagen? Der Gesetzgeber und die Verfassung? Software-Hersteller (Stichwort: Kopierschutz)? Gerichtsentscheidungen im Einzelfall?

    Der richtige Aufhänger ist mit Sicherheit die Verfassung, aber eine Umsetzbarkeit ist mir da völlig schleierhaft.

    Muss ich mich aus dem Internet zurückziehen? Ich habe einen Kollegen in einer Partnerfirma, der das tut. Er trennt seine Netzaktivität komplett von seinem Leben, aber wie lange ist das noch möglich, wenn sich die Technologien im Internet so ausbreiten, wie das die derzeite Geschwindigkeit vermuten lässt.

    Was – außer der Entwicklung von Technologien – hält uns ab, jegliche Information über das Internet zu beziehen? Wegbeschreibungen, Telefonate, E-Mails, Wissen, Einkaufszettel, Steuerinformationen, Kontostände, Fernsehsender, Radioprogramme, Aufenthaltsorte, Erkennungsmerkmale (diese Liste kann man beliebig fortsetzen)…

    Schöne neue Welt :)

Bottombar