Das segert.net weblog schrieb ich zwischen Oktober 2003 und Dezember 2007 mehr oder weniger intensiv. Weiter mit dem Blogging geht es auf ralph-segert.de.

Wir sind in der Lage, für einen fairen Preis individuelles Webdesign anzubieten, das auch für kleine Untenehmer und Einzelhändler erschwinglich ist. Individuell heißt hier, dass sich der Unternehmer visuell und inhaltlich wiederfindet. Zum Beispiel in der Weise, dass ein Kunde, wenn er das Ladenlokal betritt, einen Wiedererkennungseffekt erleben würde. So ein Beispiel ist die Website des Westerholter Familienunternehmens Schuh Schnieders (www.schuh-schnieders.de).
Eine Technik, um das Ziel der Individualität zu errreichen, ist der Einsatz von Fotos, die den Rahmen der Website abgeben. Die Fotos können das typische Produktsortiment abbilden und das Ladenlokal in unverkennbarer Weise zeigen. Es können desweiteren historische Fotos aus der Privatsammlung des Kunden eingesetzt werden, um das persönliche Verhältnis des Händlers zum Kunden und die Tradition des Geschäfts zu betonen. Bei den Produktfotos käme es darauf an, sie eben nicht auf eine Produktseite zu verbannen, sondern direkt ins Layout zu integrieren, so dass beim Erschliessen der Site deutlich wird, was und welche Qualität der Händler anbietet und welche zentrale Rolle das Sortiment spielt.
Zur Individualität einer Website trägt zudem die Aktualität und Präsentation der Inhalte bei. Wir haben dem Kunden deshalb die Integration eines einfachen Weblogs angeboten. Die Wahl fiel nach einer Empfehlung in einem Kommentar auf Zomplog. Es überzeugte zuerst das einfache Interface, das sich auf das Gebrauchte reduzieren liess (per Hand durch Löschen nicht gebrauchter Optionen), denn der Kunde hatte bis dahin keine Erfahrung mit Weblogs. Bei der Einbindung in die statische Website stellten sich dann aber Schwierigkeiten bei der Anpassung heraus, weil diverse Elemente in Tags angeordnet sind, die Funktionen zusammenfassen und sich innerhalb des Templates nicht ändern und auch nicht leicht verschieben liessen. So stieß die Anpassung an Grenzen und auch valide habe ich den Weblog-Bereich nicht bekommen. Für die genaue Erforschung reichte das Budget nicht, zumal in unserem Angebot ein sehr niedriger Preis angesetzt war.
Dass Individualität und Service ihren Preis haben, ist klar. Im Vergleich zu Angeboten aber, die für ein Dutzend einfacher, invalider HTML-Seiten über 3000 Euro verlangen, waren wir mit der hier besprochenen Arbeit weitaus günstiger. Dabei ist es völlig unerheblich, ob wir 10 oder 20 HTML-Seiten erstellen, 10 oder 15 Fotos machen und einbinden, 5 oder 10 Fotos für den Kunden scannen. Unsere Angebote haben immer ein entgegenkommendes Plus an Leistung. Oft leisten wir eh mehr, als im Angebot fixiert ist. Und dass die Arbeit intensiv war - nur so kann letztendlich eine Website entstehen (sei sie noch so klein), die Kunden, Besucher und uns zufriedenstellt -, soll die Beschreibung der Arbeitsschritte einmal zeigen.
- Anderthalbstündiges Treffen mit dem Kunden, Austausch über Erwartungen, Ideen und Vorstellungen. Vorträge über Zugänglichkeit. ;-) Erste Sichtung von Material des Kunden.
- Erstellung des Angebotes und Bestätigung desselben.
- Anpassung des Logos, da es ein Element enthielt, das seinen Gebrauch erschwerte. Präsentation im Web, Abnahme und danach Aufbereitung für die Website und für den Print. Wenn schon, denn schon.
- Erste Fotosession im Ladenlokal. Erstellung von Produktfotos. Das Licht war günstig, so konnten wir auch brauchbare Portaits der Inhaber machen.
- Erstellung eines ersten Entwurfs in Photoshop. Präsentation im Web. Da Verena fast gleichzeitig mit mir eine Idee hatte, machte sie einen alternativen Entwurf (kommt selten vor, aber meine Idee gefiel ihr nicht). Der Kunde favorisierte dann ihre Arbeit. Mein Entwurf wäre zu edel, womit der Kunde auch Recht hatte. Mich aber überzeugte Verenas Entwurf nicht. Womit ich Recht hatte. Ich änderte meinen Entwurf durch geschickten Einsatz von Fotos. So wurde er mit Begeisterung angenommen und alle waren zufrieden.
- Suche nach einer Weblog-Software. Einige Test-Installationen. Erste Versuche mit Zomplog. Test-Installation für den Kunden.
- Zweites Treffen bei uns im Büro. Abends, insgesamt 3 Stunden. Erste Einführung in Zomplog. Der Kunde musste selber ran, eine Runde üben. Zuvor haben wir 23 Logos der Marken zusammen mit dem Kunden aus dem Netz geholt. Die Vorlagen waren unerwartet schlecht und verhiessen uns eine Ecke an Mehrarbeit. Die Praktiker wissen sicher, was gemeint ist. ;-)
- Erste Textenwürfe des Kunden erreichen uns. Wir schreiben um, erweitern, passen und regen an.
- Einer von uns hat große Freude beim Aufwerten und Anpassen der Markenlogos!
- Zweite Fotosession im Ladenlokal. Es fehlten noch weitere Produktfotos, wir hatten das Spektrum des Angebots noch nicht im Kasten. Ausserdem sollte eine Service-Situation abgebildet werden. Für die Aussenaufnahme war allerdings das Wetter zu schlecht. Dafür musste später noch einmal einer von uns raus.
- Einbindung weiterer Inhalte und Änderungswünsche, Freistellen von Produkten. Freistellen der Portraits. Eines davon gefiel am Anfang, später nicht mehr. Erneute Auswahl, freistellen, optimieren, einbinden, präsentieren. Wir sind ja schnell!
- Der Kunde zeigt uns alte Fotos. Die möchte er gerne in einer Bildergalerie vorstellen. Gute Idee. Scannen, bearbeiten und optimieren.
- Die Website wächst, die Begeisterung wächst, die Vorfreude des Kunden wächst. Es fehlt noch das Aussenfoto. Ach ja, eine Wegbeschreibung soll auch erstellt werden. Aber sicher, Verena hat die drauf, soviele hat sie schon erstellt.
- Die Site geht online. Vorher war noch was mit dem Webhoster zu klären. Machen wir nebenbei. PHP und Datenbank sind kein Problem. Jetzt alles auf den Server schieben. Weblog und alles andere testen. Aber was nicht alles nicht valide ist! Seite für Seite wird geprüft, Fehler beseitigt. Die 404 fehlt, die Danke-Seite für das Formular auch, das sich auch nach einem Test sehnt.
- Dem Kunden fehlt ein Home-Link in der Navigation. Wie konnten wir den vergessen! Was tun? Verena hat die Idee des gelben Häuschens und spendet noch ein Favicon, zwei Fliegen mit einer Klappe. ;-) Und das Gelb passt, ist es doch die Hausfarbe des Kunden, ist es doch auch Teil des Ladenlokals und des Logos.
- Die Arbeit ist abgenommen, die Rechnung raus, das Bild vom Ladenlokal erstellt und eingebunden. Dann kamen Probleme mit dem Weblog, Links und Bilder wollten nicht. Aber unser Email-Support ist legendär und wir können erklären mit einer Geduld, für die uns manche lieben. Und so wurde alles gut. ;-)
Soweit die wichtigsten Arbeitsschritte. Dass sie begleitet wurden von intensiver Email-Kommunikation, habe ich angedeutet. Kritisch bewerte ich im Nachhinein das nicht optimale Markup der Site. Aber das gehört mit der nächsten Arbeit, die in Kürze online geht, der Vergangenheit an. Man lernt ja nie aus, auch wenn es für manche Dinge etwas lange dauert.
18 Kommentare | Kommentar schreiben
1. Ralph am 23. März. 2006 um 23:56
Jetzt hätte ich das Weblog doch fast valide bekommen, wenn es beim Einbinden von Bildern und Textformatierungen nicht invalide Tags einbinden würde.
2. Onno am 24. März. 2006 um 00:07
Sehr schön beschrieben, ich vermute stark, darin kann sich mancher Webworker an manchen Stellen wiedererkennen.
Bei den Seiten, an denen das Herz hängt, hört die Arbeit eh erst auf, wenn man wirklich zufrieden ist, unabhängig vom Geld. Gilt nicht für jede(n), aber geht Dir und mir so…. ;-)
Feine Arbeit!
3. Ralph am 24. März. 2006 um 00:19
Danke, auch im Namen von Verena. :-)
Was die Kritik am Markup angeht: Anstatt vorher endlich einmal bestimmte Dinge (Menü in Listen) zu überdenken und nachzurecherchieren, habe ich einfach wieder drauf los gebaut. Dabei hat sich mir bei einer aktuellen Arbeit sehr deutlich gezeigt, dass es arbeitserleichternde Vorteile für neue Projekte mit sich bringt, wenn man einfach zuerst ein korrektes Markup festlegt und dann anfängt zu CSSsen. Kombiniert man das noch mit einem effizientem und durchdachten Aufbau der CSS-Datei(en), sind neue Projekte viel schneller ueber das Anfangsstadium hinaus und die weitere Arbeit wird erleichtert.
4. Peter Claus Lamprecht am 24. März. 2006 um 10:19
Ein schöner, ausführlicher Bericht, vielen Dank!
Warum habt Ihr nicht WordPress als Basis genommen? Euer Blog läuft doch auch damit, insofern dürftet Ihr Erfahrungen mit der Anpassung haben.
Meine ersten Schritte mit WordPress als CMS sind gut verlaufen (meine eigene Seite ist ein Beispiel). Die Anregung dazu habe ich ursprünglich von perun.net bekommen.
5. dee am 24. März. 2006 um 11:26
Ralph - das klingt alles sehr vertraut. Auch und vor allem die Arbeiten, die man nebenher für lau macht - FÜR eine schöne Website und ein besseres Web. Das bekommt man nicht bezahlt aber verschafft karmatische Bonuspunkte. ;)
6. dee am 24. März. 2006 um 11:29
Nachtrag: Ich habe mir jetzt die Site angeschaut und muss sagen, sie kommt extrem sympathisch und authentisch rüber. Der Ralph und die Verena. Bringen ihre Kunden einfach so mal eben zum Bloggen.
7. Ralph am 24. März. 2006 um 13:44
dee, manchmal ist unsere Begeisterung ansteckend und Herr und Frau Schnieders waren sehr offen im Gespräch, auch wenn es nicht immer leicht war, uns zu folgen. ;-)
Gelernt haben wir dabei, dass man Weblog-Support mit einplanen sollte, wenn der Kunde keine Erfahrung mit HTML und Weblogs hat, sprich: Eine kleine Einführung mit Übungseinheiten oder wenn der Kunde zu weit weg wohnt, ein Tutorial oder/und Telefon und Email-Support. Für uns ist die Struktur eines Links etwas selbstverständliches, für viele Menschen, die das Internet nutzen, sind es lediglich markierte Stellen im Text oder Grafiken, die den Mauszeiger verändern.
Peter, an WordPress hatte ich zuerst gedacht, aber der Admin-Bereich bleibt selbst dann noch mächtig, wenn man den Status auf “Autor” oder “Herausgeber” stellt. Auch gab es in 2.0 ja noch diesen Bug beim Heraufladen von Bildern, so dass WordPress auf keinen Fall in Frage kam.
Ich werde nun in Kürze eine aktuelle Arbeit vorstellen, für die wir WordPress direkt in eine statische Umgebung integriert haben, was auch so seine Tücken hat, wenn das Hauptmenue zu 33 Prozent zu WordPress gehört. ;-)
8. Heinz am 24. März. 2006 um 14:34
Und damit nicht genug nerven zwischendurch ja auch noch andere Kunden. Lieber Ralph, ich frage mich, wann Du gestern die Zeit für diesen schönen Artikel gefunden hast. Ich glaubte, dass Dich Deine Arbeit für das Redesign der Dir keine Zeit zum Atemholen gelassen hätte. ;-)
9. Ralph am 24. März. 2006 um 14:43
Heinz, Du meintest doch bestimmt dieses Redesign oder? ;-) -
Viel Zeit brauche ich für einen solchen Artikel nicht, sowas schreibt sich runter wie gute Butter. Ich schreibe jetzt 10 Jahre im Web, da wird man schnell. Am meisten Zeit frisst das Redigieren, vor allem wenn man es direkt im Textfeld des Weblogs macht. ;-)
10. Boogie am 24. März. 2006 um 16:03
Sehr, sehr schön beschrieben. Selten das mal ein einzelner Blogartikel bei mir in den Bookmarks landet, aber dieser tut es. Danke für das Lesevergnügen.
11. denis am 24. März. 2006 um 19:33
Ist wieder ein “echter Segert” geworden - Gratulation!
12. at am 26. März. 2006 um 18:36
“Oft leisten wir eh mehr, als im Angebot fixiert ist.”
Zu deutsch: “Kalkulation ist nicht unsere Stärke.”
13. rs am 26. März. 2006 um 18:54
Ihrer Übersetzung, welchen Translator Sie auch immer benutzt haben, wird hiermit widersprochen. Mittlerweile kalkulieren wir gut, wir muessen es auch, sonst kommen keine akzeptablen Preise zustande. Aber die optimale Kalkulation kann es im Webdesign nicht geben. Es kommen immer unerwartete Arbeiten hinzu. Irgendwas klappt immer nicht, so wie man es sich gedacht hat. Und da wir nicht zu den Eurosaugern gehören, die jeden Fliegenschiss in Rechnung stellen, und da für uns zudem die “karmatischen Bonuspunkte” durchaus von Wert sind, ist das auch nicht weiter schlimm, im Gegenteil, das ist gut für die weitere Zusammenarbeit mit dem Kunden. Nichts ist mir zudem mehr zuwider als diese Haltung, die Kunden zu Objekten macht. Motto: Geld + Geld = Kunde.
14. at am 27. März. 2006 um 16:37
Na gut, aber das ist noch lange kein Grund, mich zu siezen.
15. rs am 28. März. 2006 um 14:07
Anonyme Poster werden gesiezt. Was weiss ich, wer Sie sind. ;)
16. at am 30. März. 2006 um 17:09
http://jeenaparadies.net/weblog/2006/mar/anonym-kommentieren
17. Towandas Turbulenzen &raq&hellip am 5. April. 2006 um 23:05
[...] Wie die Faust aufs sowieso schon wunde Auge des geizigen Konsumenten passen Ralph Segerts Praxisberichte: “Individuelle Website für einen Einzelhändler” und “Kleine Geschichte eines Redesigns“. [...]
18. » Praxisbericht - A&hellip am 6. April. 2006 um 00:06
[...] Mit viel Offenheit und Persönlichkeit berichtet Ralph Segert über zwei seiner Projekte ausführlich. Herausgekommen sind 2 Praxisberichte, die Arbeitsweisen auszeigen und Tipps geben: Praxisbericht: Individuelle Website für einen Einzelhändler und Kleine Geschichte eines Redesigns [...]