Gestern habe ich eine Zeit die Screencast-Software für Mac OS X namens Snapz Pro X und iShowU getestet. Fazit: Für ernsthaftes Screencasting sind beide Anwendungen zu unausgereift und zum Teil zu umständlich zu bedienen. Snapz Pro X hatte zudem Probleme damit, die macinterne Einstellung der Mikrofonlautstärke beizubehalten.
So kam ich dann zu dem Entschluß, Camtasia Studio für Windows auszuprobieren. Der Eindruck nach einer Stunde: Die Software scheint ihr Geld wert zu sein. Der durchdachte Assistent erlaubt auf Anhieb das Erstellen von Screencasts, auch die Nachbearbeitung mit vielen Features ist dank der anwenderfreundlichen Benutzeroberfläche kein Problem. Sehr wertvoll sind die verschiedenen Ausgabe-Formate bis hin zur .exe-Datei. Ausprobiert habe ich Flash und AVI, beide Formate liefen problemlos mit integrierter Steuerleiste. Nicht zuletzt die sinnvollen Features vom Anlegen eines Inhaltsverzeichnisses, über Bearbeitung von Übergängen und nachträglichen Markierungen bis hin zum Aufbau eines Storyboards für umfangreiche Tutorials mit mehreren Videodurchgängen machen die Software tauglich für den ambitionierten Einsatz.
Eine Warnung für die, die Screencasts im Web größer angelegt anbieten wollen, soll nicht unterschlagen werden. Unterschätzt den Traffic nicht! Manuela Hoffmann berichtet in ihrer Screencast-FAQ von 25 GB täglich, das machen nicht alle Webhoster mit. ;-) Aber man muss auch nicht alles ins Netz stellen. Denkbar sind auch Tutorials für Kunden auf CD-ROM, ins Web würden nur Appetizer gestellt, die Lust auf das Gesamtwerk machen.
Es lassen sich eine Menge Daten sparen, wenn die Videotutorials im Flashformat veröffentlicht werden, geschickt konfiguriert, was mit Camtasia Studio möglich ist. Zwei Minuten Tutorial können so durchaus unter 2 MB bleiben. Zwar ist dann die Stimme etwas schwerer wiederzuerkennen und auch die Grafik ist nicht vom Feinsten, aber in der Not frisst der Teufel …
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2 Kommentare
1. Manuela Hoffmann am 23. Juni. 2006 um 13:54
Viele Hoster bieten heute ja schon Traffic-Flatrates an. Wenn man die Files dort ablegt, gibt es keine Probleme.
Flash wird – glaube ich – nicht so gut unterstützt, wenn es darum geht, die Videos auch über iTunes abzuspielen.
Denkbar neben der DVD-Version wäre auch eine hochauflösende Version für ausgewählte Besucher und eine “normale” Version für die Site. Das praktizieren einige Sites schon sehr erfolgreich.
Was die Qualität angeht, ist die im Bereich Bildbearbeitung aber schon sehr wichtig. Ich habe schon mal eine Retusche gezeigt, die in der kompimierten Version nicht mehr zu sehen war ;-) …
Ich bin schon gespannt auf ein Appetithäppchen von Dir.
2. Ralph am 26. Juni. 2006 um 14:40
Was Flash angeht. Ich denke, Flash ist auf PC verbreiteter als Quicktime, von daher bevorzuge ich das Flashformat.
Qualität im Bereich Bildbearbeitung ist ohne Zweifel wichtig, im Bereich Software-Tutorial weniger. Es hängt also vom Inhalt des Tutorials ab.
Ansonsten: Danke fuer Hinweise, zum Thema Traffic-Flatrate mache ich mich mal kundig. :-)