Christian Gapp bricht ne ganz große Lanze für den “Informationsgehalt” von Fotos und fragt, warum Amateurfotografien für viele Internetnutzer einen “Authentizitätsbonus” hätten. Die Antwort ist verblüffend einfach: Es sei der “naive Bildergebrauch und die emotionale Bindung an die virtuelle Familie”. Zur These passt die leicht abwertende Überschrift Von Hobby-Knipsern und Profi-Kriegern. Mir dünkt dagegen frech: Ob Profifotos in der Presse, ob Hobbybilder im Weblog oder Fotocommunity, es ist völlig egal, ob sie einen Informationsgehalt haben oder nicht, da er immer extrem gering und höchstens in der Serie zu einem Thema relevant ist. Entsprechend hoch, höher, am höchsten ist der Interpretationsspielraum und die Möglichkeit der Manipulation. Und was weiss der Autor darüber, wie man auf Fotos in der Presse reagiert? Vielleicht gibt es dort auch einen Bonus bei den Rezipienten (manche Fotos in der taz finde ich total cool, du!), nur gibt es keine Kommentare unter gedruckten Bildern, die man irgendwie in Thesen giessen könnte. Und überhaupt, alles was nicht Text, sondern Bild ist, hat in unserer Gesellschaft einen höheren Stellenwert, von daher verwundert es nicht, dass man selbst dem dümmsten Foto glauben schenkt aus lauter Dankbarkeit, sich nicht informieren zu müssen. Gegen Blauäugigkeit und Glaubensbekenntnisse hilft nur eine gewisse Medienkompentenz, die nicht da ist, sonst hätten wir solche Medien nicht. Und bevor mir die Spaghetti verkochen, höre ich lieber auf, war sowieso schon zuviel ins Blog gedichtet. ;-)
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1 Kommentar
1. sum1 am 22. August. 2006 um 23:43
Ich finde auch den Fall mit den Geschosse bemalenden Kindern ungeheuerlicher – http://sum1.onreact.com/index.php?p=849 . Wieviele Profi-Fotografen haben sich darauf gestürzt, 12? Ich weiß es nicht mehr, will es nicht noch einmal nachlesen. Eine Bande von Geiern ist das. Keiner kam auf die Idee den Kindern zu sagen, sie möchten bitte nicht mit solch explosiven Dingen spielen.