Wenn mich das Leben berühmter Schriftsteller, Philosophen oder Wissenschaftler interessiert, greife ich mit Vorliebe auf rororo monographien zurück. Dort bekomme ich grundlegende Information und der betreffende große Geist wird zudem in seinem gesellschaftlichen Kontext vorgestellt. Enttäuscht, ja stellenweise auch verärgert hat mich das Buch über Gustave Flaubert. Der Autor Jean de La Varende zieht Flaubert geradezu aus, seziert seitenlang seine widersprüchliche Seele ohne eine Quellenangabe und tut so, als habe er in des Autors Seele gewohnt und jede Nacht an seinem Bett gewacht, um zu schauen, ob Flaubert beim Schlafen etwas über seine Träume erzählt. Zugleich erfährt der Leser über den gesellschaftlichen Kontext der Werke Flauberts nur wenig. Manchmal hatte ich gar den Eindruck, der Autor hänge den feinen Sitten der damaligen Aristokratie an, denen Flaubert sich nicht untergeordnet hat. Es wird Zeit, dass ein anderer Autor in dieser Reihe eine ganz neue Kurzbiografie über Flaubert versucht.
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