Das segert.net weblog schrieb ich zwischen Oktober 2003 und Dezember 2007 mehr oder weniger intensiv. Weiter mit dem Bloggen geht es auf ralph-segert.de und mit dem Webzettel.
ralphs
Das ist noch einmal gut gegangen. “Transparency International Deutschland” ist zur Vernunft zurückgekehrt. Leider macht bereits der nächste Abmahnfall die Runde, nachzulesen beim betroffenen Hessi, der schlicht darüber berichtet hatte, “dass ich keine Auskunft erlangen konnte, was mit meiner bestellten Ware passiert ist, ich aber per Vorkasse schon bezahlt hatte.” Lesenwert dazu auch jetzt sind Hessi und Google dran und die Informationen über geistige Tiefflieger.
Ich möchte das, was ich seit mehreren Jahren immer mal wieder anrege, noch einmal aufgreifen: Lasst uns ein Gruppe gründen, ein Treffen organisieren, um ernsthaft darüber zu diskutieren, wie sich Blogger organisieren können, um sich gegen voreilige und dreiste Firmen, Kanzleien und Justiziare angemessen und schnell wehren zu können. Eine wie auch immer geartete Organisierung, die Mitgliedern einen nicht zu übersehenden Button mit Text für das Impressum bereitstellt, um juristische Unterstützung bei Abmahnungen deutlich zu machen.
Betroffene werden sich nicht immer auf die Solidarität der Blogger verlassen können, vor allem wenn die Vorfälle zunehmen. Es liegt in der Natur des Bloggens, dass kritisiert und aufgedeckt wird und dass diese Kritik oft bei Google gut platziert ist. Unrealisitisch ist es nicht, dass so auch die Abmahnungen zunehmen könnten. Zudem sehe ich anhand meiner abonnierten Feeds, wieviele Weblogs weder etwas über den Fall “Euroweb” und den Fall “Transparency International Deutschland” berichtet haben, noch sich mit Hessi solidarisieren. Das soll kein Vorwurf sein, sondern nur deutlich machen, dass es nur eine Minderheit von Bloggern ist (überprüfbar bei Technorati), die sich solidarisch gegen Abmahner und Meinungsunterdrücker zur Wehr setzt. Ein Zusammenschluss von Bloggern wäre also durchaus sinnvoll. Es ginge dabei nicht nur um rechtlichen Beistand, sondern auch um eine öffentliche Bloggerhilfe, die Erfahrung mit Abmahnungen gegen Weblogs bündelt und Verhaltens- und Schreibweisen verbreitet, die nicht ohne weiteres juristisch anfechtbar sind.
Aber allein wird sowas niemand auf die Beine stellen. Ich für meinen Teil biete Webspace sowie Webdesign- und grafische Dienstleistungen an, wäre zudem bereit zu einem Treffen zu fahren (eventuell mit Orga-Arbeit hier im Ruhrgebiet) und Mithilfe bei der schriftlichen Fixierung zu leisten, regelmässige Mitgliedsbeiträge ingebriffen, denn ohne eine “Kriegskasse” macht eine solche Gemeinschaft keinen Sinn. Mein Interesse ist, dass auch in Zukunft ohne schleichendes schlechtes Gewissen und ohne Ansätze vorauseilender Selbstzensur gebloggt werden kann. Einen Anfang wagen, darauf kommt es jetzt an.
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23 Kommentare | Kommentar schreiben
1. melle am 30. März. 2006 um 15:35
Blogoshphaere e.V. - Mitglieder erhalten kostenlose juristische Grundleistungen (Erstberatung, Schriftverkehr ect, was man so als Anwalt vom Schreibtisch aus machen kann) die aus den Mitgliedsbeiträgen finanziert werden. Wieviele Blogger gibt es in Deutschland?
So mal meine Überlegungen der letzten Wochen in einen Absatz gezwängt. Sandra hat schon vor einer Weile laut darüber nachgedacht. Ich bin auf jeden Fall dabei.
2. Ralf am 30. März. 2006 um 15:37
Wenn ich einen Text von segert.net ohne Erlaubnis in mein Blog kopiere, dann kann ich dafür teuer und kostenpflichtig abgemahnt werden.
Wenn ich ohne Erlaubnis eine CD kopiere, bin ich kriminell und werde vom Staatsanwalt verfolgt.
Wenn ich negativ über ein Produkt/Dienstleistung schreibe, kann ich mir damit wegen “Schmähkritik” eine Abmahnung einfangen.
Wenn ich schreibe das mir von der Band XYZ die Ohren bluteten weil ihre Musik so grottenschlecht ist, dann ist das eine Musikkritik.
——–
In Deutschland werden vergleichbare Delikte ganz unterschiedlich behandelt. Hätte der Bürger eine entsprechende Lobby (sprich die ausreichenden finanziellen Mittel um ständig jemanden in Berlin vor Ort zu haben der die Abgeordneten belabert), dann würde die Sache wahrscheinlich anders aussehen.
Leider bleibt dem Bürger nur Briefe und Mails zu schreiben und darauf zu hoffen irgendwann auch einmal so zuvorkommend behandelt zu werden wie die Industrie.
Denn viele Abmahnungen liegen schon im Bereich der Rechtsbeugung, üblen Nachrede und (sofern es strafbar ist) Tatsachenverdrehung. Von Bedrohung mal ganz zu schweigen.
Vielleicht ist es einfacher erst einmal möglichst viele Menschen dazu zu bringen Mails und Briefe nach Berlin zu schicken um von dort Unterstützung zu bekommen. Denn dazu haben wir die ja dahin gewählt.
3. Ralph am 30. März. 2006 um 15:48
@Ralf, das macht mich stutzig, dass Du gerade segert.net, also Verena und mich als negatives Beispiel anführst, einmal abgesehen davon, dass ich der letzte bin, der eine Abmahung verschicken läßt, wenn jemand einen Text von mir in sein Weblog kopiert. Hiermit widerspreche ich auf entschiedenste!
melle, so ähnlich auch meine Überlegungen, aber es bedarf 4 bis 6 Blogger oder auch mehr, die sich treffen und Nägel mit Köppen machen. Zuvor könnte man ein Wiki aufsetzen oder ein Weblog einrichten (zweiteres könnte ich machen), um darüber zu diskutieren, um Vorschläge zu sammeln, um Sympathisanten zu Wort kommen zu lassen, um Einwände zu überdenken etc.
4. Ralf am 30. März. 2006 um 16:03
@Ralph:
Davon bin ich auch ausgegangen und habe deswegen grade segert.net als Beispiel(!) gewählt.
Ich hoffe doch das jeder der hier liest so intilligent ist und es als Beispiel erkennt ;)
5. blue sky am 30. März. 2006 um 16:19
In seinem kleinen Blog nicht noch den x-ten Beitrag zum Thema zu schreiben bitte nicht gleichsetzen mit fehlender Solidarität. Die kann auch still sein, z. B. mit der Bereitschaft, sich im Zweifelsfall finanziell zu beteiligen.
Einem Verein oder was auch immer würde ich jedenfalls beitreten.
6. Ralph am 30. März. 2006 um 16:25
Stimmt, gleichsetzen wäre unfair gegenüber allen, die halt anders solidarisch wären.
7. deep-resonance.&hellip am 30. März. 2006 um 17:08
zur Gegenwehr…
Ralph Segert regt zu einer Blogwehr gegen Abmahner an, die über Solidarität hinausgeht….
8. Connie am 30. März. 2006 um 20:14
vielleicht nicht nur Blogger? Gibt auch andere Arten der Meinungsäußerung hier im großen Netz!
Gruss, Connie
9. Onno am 30. März. 2006 um 23:37
Jep, dabei. Trifft genau das, was mir anhand der letzten Beispiele fehlte. Nicht auf die lange Bank schieben, gleich ran: wann treffen wir uns wo?
10. Jens Grochtdreis am 31. März. 2006 um 08:45
Hat niemand mal eine Kontakt zu einer Versicherung oder einem Juristen? Wir bräuchten eine echte Rechtsschutzversicherung und eine Liste von Juristen, die auch etwas von dem Medium verstehen. Okay, wir könne alle zu Udo Vetter laufen …. :-)
11. ichsag am 31. März. 2006 um 11:09
Die Wiki-Idee finde ich sehr gut. Allein um mal verschiedene Informationsstränge zu sammeln. Wenn du die Möglichkeit hast eine offene Version ins Netz zu stellen, könnte ich mir vorstellen, dass die Reaktion durchweg positiv ist.
Da ich allerdings vermute, dass das Projekt von etlichen Nutzniessern der Abmahnungen torpediert wird, sollte vielleicht überlegt werden in welchem “Land” man die Aktivitäten ansiedelt. ;)
12. kho am 31. März. 2006 um 11:30
Wenn sich die “Solidarität” der blogger nicht nur auf blosses “Geschrei” reduziert, sondern eine sachliche Auseinandersetzung mit der gebotenenen Distanz stattfände, wären wir ja schon mal einen Schritt weiter… trotz des im Grunde ja gewünschten Ansatzes, ein blog müsse nun mal auch subjektiv sein.
Aber was sich bei den aktuellen Fällen zeigt, ist ja leider auch das unrühmliche Treiben der Sau durch´s Dorf… muss ja stimmen, weil man es bei blogger xy gelesen hat…
Also, ich finde deinen Ansatz gut und würde da auch mitmachen!
Liebe Grüsse, kho
13. dee am 31. März. 2006 um 14:30
Beim Wiki würd ich helfen und auch einen Beitrag spenden, immer dann, wenn ich was hab. Ich finde die Organisation und Bündelung von Informationen großartig. Aber *kopfauftischplatte* ichkannkeinemvereinbeitreten. Verzeihung. Ich habe eine unheilbare, kombinierte Schriftführer-/Kassenwartallergie.
14. Ralph am 31. März. 2006 um 15:26
Ich bin ganz offen, ich favorisiere nix, es muss nicht unbedingt ein Verein sein, ich weiss aber nicht, welche Alternativen sinnvoll wären. Was das Wiki angeht: ich habe lange keines mehr installiert und bitte die, die versierter sind und Lust und Zeit haben, eines zu installieren. Wenn Webspace fehlt, einfach kurz melden bei mir, ich könnte einen Zugang unter krit.de anbieten. Laut Marcus von 512 MB seien abmahnwatch.de und abmahmblog.de frei. Wenn es aber für den Anfang gleich ne eigene Domain sein soll, dann würde ich andere Namen besser finden, zB abmahn.info, die definitv frei ist, noch.
Edit: abmahn.info fände ich auch als Name für eine Initiative sehr gut.
15. dee am 31. März. 2006 um 16:30
Ich hätte ab nächste Woche ein wenig mehr Zeit, will ich hoffen. Dann könnte ich helfen. abmahn.info find ich einen sprechenden Domainnamen.
16. Ralph am 31. März. 2006 um 16:36
Ich registriere ihn mal und lasse Webspace drauf setzen. :-)
17. Onno am 31. März. 2006 um 16:45
@dee: es muß ja kein Verein sein, Arbeitgemeinschaft o.Ä. tuts ja auch, Hauptsache das Pferd hat einen Namen.
@Ralph: Super, dann brauchts jetzt noch nen Wikianer… ;-) (Und Du mußt verlauten lassen wer was helfen kann!)
18. Ralph am 31. März. 2006 um 16:55
Den Organisationsaufwand so gering wie möglich halten, wäre auch mein Interesse, einen Verein macht man nicht so nebenbei. Sehr klasse wäre es zudem, wenn im Kreis der Willigen auch ein rechtlich kompententer Mensch wäre. Vielleicht können wir durch lebendiges Wiki, das Unterstützung durch Weblogs bekäme, ja auch den einen oder anderen Anwalt gewinnen.
Sobald ich FTP-Zugang habe, melde ich mich hier noch mal.
BTW: “Uff”
19. Helmut am 1. April. 2006 um 00:36
Ich blogge nicht, habe keine Webseite, mein Reader ist aber hoch voll.
In “meinem” Betrieb gibt es auch viele Abmahnungen, aber auch einen Betriebsrat, der den Abmahnern ab und zu mal auf die Finger haut.
In den letzten Wochen hat sich in “meiner” Firma einiges getan. Es ist nicht mehr alles möglich.
Viele Abmahner gehen so vor.
Einschüchterung! Wenn es bei einem “gut” geht, funktioniert es ev. beim zweiten auch. Und schon geht die Angst um. Dem sollten die Blogger vorbeugen. Denn vorbeugen ist besser als auf die Schuhe zu kotzen.
Grüsse nach Bloggerdorf-Mitte:
Helmut
20. MeOnly Weblog - Gespinst&hellip am 1. April. 2006 um 07:05
Was tun gegen den Abmahnwahn?…
Infolge der Abmahnwelle der letzten Wochen, wird momentan in verschiedenen Blogs wieder* verstärkt über die Gründung von zentralen Anlaufstellen* für juristisch bedrohte Blogger, Ratgeber* zur Abwehr von nicht gerechtfertigten Abmahnungen und eine……
21. Ralph am 5. April. 2006 um 18:23
Hier wird seit dem 4. April gebaut: abmahn.info
22. Sicher ist sicher!&hellip am 6. April. 2006 um 06:19
Blogger Rechtsschutzversicherung…
In den letzten Monaten ist viel passiert in Blogostan. Angefangen hat es fast zeitgleich mit dem Sozialgericht Bremen und der Behrdenpost an den Shopblogger Bjrn Harste sowie dem Vater von Heidi Klum mit seinen markenrechtlichen Anspr涼chen gegen…
23. filapper&hellip am 18. Januar. 2008 um 08:39
pdf: Sicherheitseinstellungen mit PDFCrypter beeinflussen…
Von PixelPlanet (”Software von glücklichen Entwicklern”) gibt es jetzt (befristet bis zum 10.06.2006) den PDFCrypter kostenlos zum Dowload:
Download und Installation
In der E-Mail findet sich neben dem Downloadlink zur Demoversion (8,4…