Bisher habe ich weder eine Rubrik namens barrierefrei, noch gebrauche ich den Begriff oft für die Eigenwerbung. Zum einen finde ich den Fachbegriff Webstandards viel treffender, zum anderen wird “Barrierefreiheit” zu häufig als Kanonenfutter fürs Marketing missbraucht, wohl weil die Wölfe neues Kundenpotential wittern und manche Agentur Profilierungssehnsüchte mit lauten Spruchbändern zu kompensieren versucht. Kein Wunder, dass manche neue Website als Wunder der Barrierefreiheit gepriesen wird, liegt die Illusion einer eierlegenden Usabilitysau doch voll im Trend. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich die neue Freiheit aber als reine Worthülse und als Unfähigkeit, selbst die einfachsten Dinge webgerecht zu realisieren. Deutlich wird das an zwei Website-Tests im Barrierekompass. Das alles erinnert mich an die Goldgräberstimmung anno 1997, als die Webkataloge förmlich explodierten vor Webdesign-Firmen und jede Klitsche Millionen von neuen Kunden durch das Internet versprach.
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