Das segert.net weblog schrieb ich zwischen Oktober 2003 und Dezember 2007 mehr oder weniger intensiv. Weiter mit dem Bloggen geht es auf ralph-segert.de und mit dem Webzettel.
ralphs
Anonymity is not a crime ist das Motto der Anonymisierungs-Software JAP. Die drei Buchstaben stehen für Java Anon Proxy. Dieser Web-Anonymizer steht für verschiedene Betriebssyteme zur Verfügung. Ich habe die Software auf PC und Mac erfolgreich testen können.

Das Prinzip von JAP wird in der überaus gut gemachten Hilfe wie folgt beschrieben - die übrigens auch bei der im Prinzip sehr einfachen Einrichtung hilft:
Mit dem JAP ist es möglich, Webseiten unbeobachtbar aufzurufen. Das bedeutet, daß weder der angefragte Server noch ein Lauscher auf den Verbindungen mitbekommt, welcher Benutzer welche Webseite aufgerufen hat - kurz Anonymität.
JAP muss auf dem Rechner des Internetnutzers installiert werden, damit dieser unbeobachtbar und anonym im Internet surfen kann. Dies ist deshalb erforderlich, da zur Anonymisierung alle Anfragen nicht direkt an den Webserver, sondern über eine sogenannte Mix-Kaskade geschickt werden. Dies sind zwischengeschaltete Stationen, über die alle Nachrichten geleitet werden.
Da viele Benutzer gleichzeitig den Anonymisierungsdienst nutzen, werden die Internetverbindungen jedes Benutzers unter denen aller anderen Benutzer versteckt: Jeder Benutzer könnte der Urheber einer Verbindung gewesen sein. Niemand, kein Außenstehender, kein anderer Benutzer, nicht einmal der Betreiber des Anonymitätsdienstes kann herausbekommen, welche Verbindungen ein bestimmter Benutzer aufgebaut hat.
Allerdings betonen die Betreiber, dass die Software noch im Entwicklungsstadium ist und keine 100prozentige Sicherheit bieten kann. Zudem kostet die Bereitstellung der Server natürlich Geld. Als Nutzer kann man zwar einen kostenfreien Basisdienst nutzen, der das Surfen aber verlangsamt. Wer etwas bezahlen kann und möchte, der wird anonym etwas schneller unterwegs sein dürfen.
Wir haben uns für einen Kompromiss zwischen Geschwindigkeit und Kosten für die Nutzer entschieden: von unseren kommerziell geführten Servern werden Bandbreiten von 64 bis 128 kbit/s (ISDN-Geschwindigkeit) angeboten, die zu einem ungestörten Weberlebnis ausreichen. Für die Bereitstellung dieser Servicequalität wird eine kleine Gebühr erhoben, die für die meisten Menschen erschwinglich ist. Es gibt außerdem einen (deutlich langsameren) Basisdienst, der ohne Bezahlung genutzt werden kann.
Nach der Installation hilft ein Assistent beim Einrichten des favorisierten Browsers. Aus einer Liste wählt man sich seinen Standardbrowser aus. Unter Firefox wählt man unter “Extras” > “Einstellungen” das Icon “Erweitert”, klickt danach auf den Karteireiter “Netzwerk” und dann auf den Button “Einstellungen”. Nun kann man wie folgt eine manuelle Proxy-Konfiguration vornehmen .

Sicher wäre es für den Power-User im Alltagsgebrauch etwas nervig, beim Umschalten zwischen Proxy und Nicht-Proxy durch die Menüs klicken zu müssen. Aber Abhilfe schafft das Mozilla-PlugIn SwitchProxy Tool von Jeremy Gillick. Damit kann man sich nicht nur weitere Proxy-Verbindungen einstellen und diese verwalten, sondern auch Umschalten zwischen “Proxy-None” und den konfigurierten Proxy-Diensten. Dazu ist in der Statusleiste des Browsers ein Menü eingetragen, das als Kontexmenü aktivert werden kann:

Wie man das SwitchProxy Tool konfiguriert, steht übrigens auch in der Hilfe, die man jedezeit aufrufen kann. Ich würde Sie mir einmal in Ruhe durchlesen, zumal dort auch eingängig beschrieben steht, welche Vorteile und welchen Sinn das Recht auf Anonymität im Internet hat.
Bitte beachten, dass der Grad der Anonymisierung auch vom Verhalten der JAP-Betreiber abhängt. Interessant sind hier die Links des Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein über das Projekt AN.ON (Anonymität.Online), welches hinter JAP steht. 2003 war das Projekt in den IT-Schlagzeilen, “als das Bundeskriminalamt den Dienst per Gerichtsbeschluss verpflichtete, alle Zugriffe auf eine einzelne IP-Adresse zu protokollieren”. In drei gerichtlichen Auseinandersetzungen ist das Vorgehen des BKA aber als rechtswidrig verurteilt worden, siehe Sicherheit-Online.net.
Es sollte klar sein, dass auch in Zukunft keine noch so gute Software das Recht auf anonymes Surfen garantieren kann. Das können nur die Nutzer selbst, indem sie für ihre Bürgerrechte eintreten und den Sicherheitstechnokraten und unghemmten Datensammlern die rote Karte zeigen.
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2 Kommentare | Kommentar schreiben
1. Unikram, Paper, Recherche&hellip am 29. Januar. 2007 um 12:34
[...] Wie das mit dem JAP-Projet der TU Dresden auf PC und Mac geht, erklärt uns der Ralph in seiner bekannt liebenswürdigen und bebilderten Art. Danke! [...]
2. Social-Bookmarking am 24. April. 2007 um 11:26
Ich hatte JAP mal vor Jahren ausprobiert. Leider war die Geschwindigkeit sehr gering gewesen. Wer trotzdem einen hohen Grad an Anonymität bewahren möchte sollte den Proxy-Dienst auf jeden Fall testen.