Das Weblog von segert.net
Video-Anleitungen und Servicetexte für Kunden und Interessierte, die Content Management Systeme wie CMS Made Simple und ExpressionEngine kennenlernen und einsetzen möchten. Weitere Themen: WordPress, CSS, Webstandards, Web 2.0.
Android und Galaxy S2: Ein kongeniales UI-Paar
13.09.2011 Tags: Android Galaxy User Interface Kommentare: 0
Das Betriebssytem Android und das Smartphone Galaxy S 2 sind ein kongeniales Paar, vereint in drei Hardware- und zwei Sensortasten. Fünf Tasten an einem modernen Smartphone scheinen zuviel zu sein, aber in der Praxis zeigt sich, dass das dem Benutzer zugute kommt.

Hinter den Hardware-Tasten verbergen sich Kontextmenüs. Die erscheinen, wenn die Tasten um die zwei Sekunden gedrückt werden. Die Home-Taste offenbart dann ein Menü, das einen direkten Zugriff auf die Anwendungen erlaubt, die zuletzt geöffnet waren oder noch aktiv sind. So wird ein schnelles App-Springen möglich.
Klugerweise wurde in das Dialogfeld der Button Task-Manager eingebunden. Der ermöglicht einen Zugriff auf die Anwendungen, die gerade aktiv sind. So behalte ich den Überblick über laufende Apps und kann diese einzeln oder allesamt beenden.

Der Task Manager kann noch mehr. Er listet die vom Benutzer installierten Apps. Neben diesen Apps ist userfreundlich ein Button platziert, auf dem Deinstallieren steht. Eine neu installierte App kann also schneller de- als installiert werden, denn oft genug enttäuschen kostenlose Apps. Nicht umsonst gibt es sie wie Sand am Meer. Die Entwickler haben vorausgedacht und der schnellen Entsorgung keine Steine in den Weg gelegt.
Ein weiteres Kontextmenü verbirgt sich hinter der Ein- und Ausschalttaste. Hier stelle ich das Gerät auf Stumm und unterbinde dauerhaft die Verbindung ins Internet, ich deaktiviere den Datennetzmodus. Ich kann das Gerät auch in den Offline-Modus schalten oder gleich das Betriebssytem herunterfahren.

Ein Geniestreich ist die Info- und Statuszeile am oberen Rand des Touch-Screens. Dort lese ich die Uhrzeit und den Akkustand, die Qualität der Netzverbindung und die eingeschalteten Netzwerk- und Funkverbindungen ab. Soweit ist das nichts besonderes. Erscheint dort aber die erste Kurzmeldung, ahnt der Benutzer Gutes. Denn die kleine Zeile läßt sich mit einer Fingerbewegung herunterziehen, um WLAN, Bluetooth, GPS, den Ton und die automatische Ausrichtung zu (de-)aktivieren.
Das faulste Tier ist der User und das kleinste Hindernis macht ihn unwillig. Aber mit diesem pfiffigen Pulldownmenü wird er stets daran erinnert, den Akku zu schonen und die Dauerstrahlung zu verringern. Er muss dazu nicht mehr in lästigen Untermenüs suchen oder das Smartphone ausschalten.
Damit ist der Nutzen der Infozeile noch nicht erschöpft. In gebotener Kürze informiert sie mich über die letzten Aktivitäten des Geräts, welche Apps neu installiert oder aktualisiert wurden und wer wann angerufen hat. Zudem legen Apps von Drittanbietern Meldungen ab, die der Bedienung nützlich sind. Oder auch nicht.

Es hat Vorteile, die verschiedenen Funkdienste zu kontrollieren. Ich kann WLAN nutzen, ohne das Telefon auf Bereitschaft zu haben. Vieles geht auch ganz ohne Strahlung, wie schreiben, Musik hören und in der Galerie stöbern. So arbeite ich mit weniger Elektrosmog und schone den Akku.
Schnell sind die beiden Sensortasten links und rechts neben der Home-Taste entdeckt. Samsung nennt sie Touch-Keys. Der linke Key führt zu einem Hauptmenü. Das ist abhängig davon, welche App aktiv auf dem Display ist. Für den Anwender ist das praktisch. Er weiss immer, wo das Hauptmenü ist. Das zeigt, dass Einfach neben schön auch nützlich ist.
Die verborgenen Menüs übrigens, die sind in nahezu jeder App zu erreichen. So zeigt die Liste der Kontakte einen Platzhalter für ein Bild und daneben den Namen des Kontakts. Drücke ich in mit dem Finger etwas länger auf das Bild, erscheint eine Leiste mit Icons. Die ermöglicht eine schnelle Wahl der Kontaktaufnahme zwischen Anruf und SMS. Drücke ich länger auf den Namen, erscheint eine Reihe von Befehlen, die eine Bearbeitung des Kontakts ermöglichen.
Es gibt kein Suchen mehr in Menüs und stilsichere Icons helfen bei der Orientierung. Die gute Lesbarkeit der Schrift und übersichtliche Layouts tun das ihre dazu bei, dass Usability und Gestaltung ein schönes Paar sind.
Sicherheit für Kunden: Leitfaden für WordPress
13.09.2011 Tags: WordPress CMS Content Management System Sicherheit Kommentare: 0
Für Einsteiger in ein Content Management System (CMS) und ambitionierte Website-Betreiber hat WordPress einige Vorteile: Neben der geringen Lernkurve sind es die zahlreichen Plugins, die diese Weblog-Software so verlockend machen. Leider ergeben sich daraus auch Nachteile, die manchem Wordpress-Nutzer erst dann bewusst werden, wenn es zu spät ist.
Deshalb gebe ich meinen Kunden, die WordPress einsetzen wollen, einen Leitfaden mit. Der zeigt ihnen, auf was sie bei WordPress achten sollten und was für Aufgaben auf sie zukommen, damit es nicht zu bösen Überraschungen kommt (weiterführende Links am Ende des Artikels).
Ich unterscheide zwei Gruppen von WordPress-Nutzern. Die erste benutzt zum ersten Mal ein Content Manegement System und möchte lediglich in unregelmäßigen Abständen neue Inhalte einbinden. Die zweite Gruppe gehört den experimentierfreudigen, ambitionierten Nutzern an, die mit ihren Weblogs und Projekten intensiv Kontakte, Kunden und Austausch suchen, aber die Templates nicht selbst erstellt haben.
Der Gelegenheitsnutzer
Die Gruppe der gelegentlichen Nutzer macht sich in der Regel keine Gedanken über Updates der Weblog-Software. Entsprechend kommt es vor, dass eine WordPress-Installation über Monate ja Jahre nicht aktualisiert wurde. Im schlechtesten Fall wird dieses alte WordPress ein Opfer von Kriminellen und der Schreck ist groß, wenn Google vor dieser Site warnt und die Inhalte aus dem Index verschwinden läßt. In diesem Zusammenhang gebe ich dem Kunden folgende Hinweise:
- Prüfen Sie regelmäßig im Administrationsbereich (Backend) von WordPress, ob es Aktualisierungen gibt.
- Da es sich nicht selten um Sicherheits-Updates handelt, sollten diese Aktualisierungen zeitnah mit der Automatik-Funktion von WordPress installiert werden. Dazu ist ein FTP-Login mit einem Benutzernamen und Passwort erforderlich.
- Das FTP-Login sollte ein Passwort mit mindestens 12 Zeichen haben.
- Bevor ein automatisches Update gemacht wird, sollten in jedem Fall vorher folgende Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden: - Die Datenbank sichern - Alle Plugins deaktivieren
- Nach der erfolgreichen Aktualisierung: Jedes Plugin einzeln aktivieren, um zu prüfen, ob es noch funktioniert. Wenn es Probleme gibt, auch die murrenden Plugins aktualisieren.
- Vor allem aus Punkt 4 darf geschlossen werden, daß Folgekosten auf den Betreiber zukommen, wenn er mit diesen Maßnahmen überfordert ist. In diesem Fall sollte ein externer Dienstleister die Aufgabe übernehmen. Der zeitliche und damit finanzielle Aufwand hält sich Grenzen, da ein automatisches Update in einigen Minuten realisiert ist, selbst wenn nach dem Update einige Plugins aktualisiert werden müssten.
- Es ist ratsam, nur notwendige Plugins zu installieren. Eine einfache Website kommt je nach Ansprüchen mit fünf bis zehn Plugins aus.
- Bei größeren Versionsprüngen wäre zu prüfen, ob sich die Serveranforderungen von WordPress geändert haben. Ist eine höhere PHP oder MySQL-Version nötig und bietet diese mein Server? Zudem schadet es nicht, einige Tage zu warten, bis man ein größeres Update installiert, um zu schauen, ob in Weblogs und Foren über Update-Probleme oder Komplikationen berichtet werden.
Der ambitionierte Nutzer
Beim ambitionierten Blogger dürfen wir nicht selten von Experimentierfreude und einem hohen Bedarf an Plugins ausgehen. Videos und Audiofiles wollen integriert und Bildergalerien leicht erstellt werden. Alle möglichen Daten für die Webpromotion und die sozialen Netzwerke wollen verknüpft und Suchmaschinenoptimierung betrieben werden.
So kommen schnell eine Menge an Zusatzprogrammen zum Einsatz. Diese erhöhen nicht nur das Sicherheitsrisiko - da Plugins Schadcode enthalten können -, sondern blähen zudem nicht selten die Datenbank auf. Manche Website wird so recht behäbig und ein höherer Versionssprung von WordPress kann zu Problemen führen.
So konnte ein Kunde partout keine Kategorien- und Tagseiten mehr aufrufen, obwohl alle Plugins deaktiviert waren und die neueste WordPress-Version installiert war. Am Ende blieb nur eine saubere Neuinstallation mit Portierung der Inhalte sowie die Neueinrichtung aller noch wichtigen Plugins. Um die achtzig Prozent der Datenbanktabellen waren danach überflüssig geworden!
Um sich als ambitionierter Wordpress-Nutzer vor bösen Überraschungen zu schützen, beachtet man schlicht folgende Regeln:
- Die Sorgfalt fängt bei der Erstellung der Datenbanken an. Mehrere MySQL-Datenbanken sind selbst in kleinen Webhosting-Paketen enthalten. Zur leichteren Sicherung und besseren Trennung sollte jede WordPress-Installation eine eigene Datenbank bekommen. Bei der Erstellung der Datenbank ein sicheres Passwort mit mindestens 12 Stellen verwenden und dafür sorgen, dass man alle relevanten Daten wie Datenbankname, Datenbankuser, Datenbankpasswort sowie den internen Serverpfad und Host parat hat. Braucht man einmal professionelle Hilfe, so helfen diese Daten bei der schnellen Umsetzung. Diese sensiblen Daten lassen sich in Passwortmanagern wie KeePass und Roboform sammeln und verschlüssselt aufbewahren.
- Die gleiche Sorgfalt wie bei der Einrichtung einer Datenbank gelten für das FTP- und das phpMyAdmin-Login: Sichere Passwörter mit mindestens 12 Stellen wählen.
- Während der Installation von WordPress einen unüblichen Benutzernamen und ein kompliziertes Passwort wählen und beides in einer passwortgeschützten Datei aufbewahren. Das gilt auch für weitere Benutzer wie Gastautoren ohne Administrationsrechte.
- Desweiteren zeitnah die kleineren WordPress-Updates installieren und trotzdem grundsätzlich immer zuvor die Datenbank sichern und alle Plugins deaktivieren. Das sind nur ein paar Mausklicks. Eine doppelte Sicherung der Datenbank kann wie folgt nicht schaden: 1. über Wordpress: “Werkzeuge” > “Backup”. 2. mit Hilfe von phpMyAdmin. Dieses Hilfswerkzeug haben die meisten Webhoster zur Verwaltung von MySQL-Datenbanken installiert. Dort gibt es eine Exportfunktion für die Datenbanktabellen (siehe den Link zur Anleitung unten).
- Sorgfalt bei der Plugin-Installation: Nicht sofort das erstbeste installieren. Zuvor nach weiteren Informationen im Netz suchen, Usermeinungen einholen. Plugins vergleichen. Ist dann eine Entscheidung getroffen, darauf achten, das Plugin von der offziellen Wordpress-Plugin-Site zu beziehen.
Ein unterschätztes Problem sind verwaiste Wordpress-Blogs. Man vergisst ein altes Projekt und im Laufe der Zeit wird die Datenbank aufgebläht durch zahlreiche Spam-Kommentare. Eventuell ist die Site auch durch ein Sicherheitsloch gehackt worden und verbreitet Schadsoftware. Um dem zu begegnen, sind auch die alten Projekte auf dem aktuellen Softwarestand zu halten oder in statische Seiten umzuwandeln. Leider gibt es keine Wordpress-Software dafür, die letzteres automatisch machen würden.
Natürlich gibt es auf technischer Seite noch eine Menge Möglichkeiten sein WordPress sicherer zu machen als es ist. Das zeigt Vladimir Simovic in seinem Artikel So sichern Sie die Blog-Maschine ab. Darauf kann man den Webdesigner, der das WordPress schön macht und die Templates anpasst, durchaus festnageln. ;-)
Der Artikel als PDF: Zur Sicherheit: Leitfaden für WordPress-Kunden
Links
- Was ist ein Plugin?
- WordPress in 5 Minuten installieren
- Plugin Directory von WordPress
- WordPress sicherer als vermutet
- Datenbank-Backup mit phpMyAdmin
- KeePass: Kostenfreier Passwortmamager
- RoboForm: Passwortmanager mit Integration im Browser
125 WordPress-Templates für ein Redesign mit validen Tricks und zahlreichen Grafiken
19.08.2010 Tags: CSS WordPress Webdesign Redesign CMS Kommentare: 0
Was geschieht, wenn eine Agentur für “Integriertes Kommunikationsdesign” einen Website-Entwurf macht, ich diesen dann webgerecht umsetzen darf, um danach alles auf WordPress zum Laufen zu bringen? Man arbeitet länger als erwartet und darf sich ausgiebig üben in problemlösendes Denken. ;-) Gemeint ist hier das bereits zweite Redesign unseres Kunden Brinkmann_Dewert. Mein erstes Redesign war mittlerweile fast 7 Jahre alt und es bestand das Bedürfnis nach etwas ganz Neuem.
Zuerst habe ich den Layout-Entwurf webkompatibel gemacht. Er brauchte eine dauerhafte Hauptnavigation und einen Footer, die im ursprünglichen Entwurf nicht vorgesehen waren. Zudem galt es, den Entwurf schmaler anzulegen, damit er unter 1024 Pixeln ohne horizontales Scrollen sichtbar sei. Dazu musste ich das Layoutraster durchschauen und die Elemente und Abstände neu berechnen. Eine halbe Seite Additionen von Kästen, Buttons und Abständen standen da als Selbstbriefing geschrieben, bevor ich auch nur eine Klasse CSS schrieb. ;-) .
Die zweite Herausforderung: In den Buttons und Kästen sollte die neue Schrift des Logos erscheinen. So musste ich also einen Großteil der zahlreichen Layoutelemente als Grafiken anlegen. So entstanden fast 200 Grafiken allein für das Layout - die über 40 Fotos, die ich teilweise recherchiert und ausgewählt habe, nicht mitgezählt (die Portraits und Fotos auf der Startseite hat ein echter Profi gemacht). CSS-technisch galt es, diese Grafik-Armada geschickt in den Hintergrund zu verbannen und gleichzeitig möglichst viel Editierbares in WordPress zu belassen. Deutlich macht das die Seite der Mitarbeiter. Dort kann der WP-Admin die in Hover-Bereichen liegenden Daten der Mitarbeiter ändern, ohne ins Template zu müssen, das gleiche gilt für die fachbezogenen Team-Seiten, die übrigens eine nützliche Navigationsidee aus dem Büro Rempen zeigen.
Wie man sich beim Durchklicken der Site wird denken können, gab es einige CSS-Lösungen zu finden, die auch noch vom IE 6 verstanden werden sollten. So sollte sich zum Beispiel die Box mit den Home- und Zurück-Buttons nicht nur unabhängig von den eingepflegten Inhalten der Seite immer schön rechts unten anordnen (gut zu sehen auf der Seite Fachgebiete), sondern auch vertikal und bündig mitwachsen auf Seiten, die längere Texte haben. Das ging nicht ohne valide Tricks und einigen Conditional Comments, aber - wie alles im Layout - ohne Javascript.
Desweiteren war bei der WordPress-Integration darauf zu achten, die weit über 2500 rechtsrelevanten Artikel, die das fleissige Anwaltsteam seit 2003 gepostet hat, mit ins neue Layout zu übernehmen oder andersherum, die Layoutvorlage behutsam und stimmig zu erweitern und unter Aktuelles erreich- und navigierbar zu machen. Webdesigner, die alltäglich mit WordPress zu tun haben, werden sicher eine Ahnung davon bekommen, welche Aufgabe es im Hinblick auf die unterschiedlichen Contentbereiche war, das Search-Template in den Griff zu bekommen. :-)
Ich möchte mich an dieser Stelle herzlichst bei Heinz Klein bedanken, der sich für mich und segert.net stark gemacht hat bei der Vergabe des Auftrags. Zudem hat er mich bei der Arbeit mit zahlreichen Anregungen begleitet und fleissig und erfolgreich den Großteil der Inhalte eingeflegt.
ExpressionEngine 2.0 Public Beta
03.12.2009 Tags: ExpressionEngine CMS Content Management System Kommentare: 0
Wie meldete heute das Blog von ExpressionEngine erfreut: ExpressionEngine 2.0 Public Beta, Now Live! Und alle ExpressionEngine-Fans freuen sich mit, denn dieser Versionssprung des genialen Content Management Systems wurde lange und sehnsüchtig erwartet und genauso lange angekündigt. Nun können sich alle Interessierten an einer Public Beta des CMS, die 30 Tage freigeschaltet bleibt, versuchen. Die zahlreichen Neuerungen fasst die folgende Site zusammen: Welcome to the ExpressionEngine 2.0 Public Beta Program!.
Vorschläge für eine optimierte Tag-Cloud
20.08.2009 Tags: Tag-Cloud Tagging Suchmaschinenoptimierung Kommentare: 1
Letztens fragte mich ein Kunde nach dem Sinn einer Tag-Cloud, dieser Anhäufung von großen und kleinen Schlagwörtern. Der Sinn besteht darin, Besuchern und Suchmaschinen ein weiteres Angebot der sinnvollen Strukturierung und Erschliessung von Inhalten zu machen. Vor allem im Hinblick auf Google habe ich gute Erfahrungen mit Tag-Clouds gemacht. Manche Schlagwort-Seiten sind im Google-Index weit vorne gelistet und erben nicht selten einen guten Pagerank. Mittlerweile empfehle ich ein individuelles Tagging für inhaltsstarke und um Aktualität bemühte Websites, die nicht als Blog konzipiert sind.
Eine optimierte Tag-Cloud setzt ein paar Gedanken zur “hohen Kunst der Verschlagwortung” voraus. Ziel des Taggings ist eine besucher- und suchmaschinenfreundliche Schlagwortwahl. Der Kern ist eine logische und inhaltlich relevante Auswahl der Stichworte.
Überlegungen zur Semantik und Themenrelevanz der Schlagworte stehen an erster Stelle. Unter welchen Schlagwörtern möchte ich gefunden werden? Biete ich ausreichenden Content unter diesen Schlagwörtern? Über welche Themen und Fachthemen werde ich also häufiger schreiben als zwei- bis dreimal und werde ich sie ausführlich genug behandeln?
Es geht um die Vermeidung von überbordenden Schlagwortwolken. Nicht-explizite Stichwörter fallen durch ihre Beliebigkeit und geringe Relevanz auf. Wenn mein Themenspektrum nur beiläufig und ein einziges Mal das Thema Musik anspricht, verzichte ich darauf, Musik als Schlagwort einzutragen. Das Stichwort Urlaub macht wenig Sinn, wenn ich in einer persönlichen Note auf meinen kommenden Urlaub hinweise. Download als Schlagwort ist so gut wie überflüssig, wenn ich nur ein PDF anbiete. Ich könnte dann auch PDF und Acrobat Reader als Schlagwörter anlegen.
Schlagwörter lassen sich schnell und viele anlegen, man findet immer welche, die passend erscheinen. Da hilft nur eines gegen: Spare Schlagwörter, wo es geht. Ein Beitrag sollte nicht mit mehr als drei bis fünf Begriffen getaggt werden, wenn überhaupt. Auch wenn ich weiter unten über das Aussehen von Schlagwortwolken im Layout schreibe, werde ich diesen Artikel nicht mit dem Begriff Webdesign taggen. ;)
Die Kunst ist es, die Waage zwischen allgemeinen und sehr spezifischen Begriffen zu halten. Bewerbe ich häufig Video-Anleitungen, so kann Video-Anleitung oder Screencast als Hauptschlagwort verwendet werden. Das zweite Schlagwort könnte der Name der Software sein, die in mehreren Videos erklärt wird. Ein drittes Schlagwort wiese auf eine spezielle Software-Thematik hin, die häufiger vorkäme.
Der letzte Absatz deutet es an: Eine Methode zu einer optimierten Tag-Cloud ist der wohlüberlegte Weg vom hohen zum niedrigen Abstraktionsniveau, vom Allgemeinen zum Konkreten. Beispiele: Film – Nouvelle Vague – Truffaut. Oder: Software – Photoshop – Ebenenmasken. Oder auch: Leben – Genuß – Rezepte. Desweiteren: Wissen – Natur – Garten – Kräuter.
Andere Beispiele widersetzen sich dem Weg vom Abstrakten zum Konkreten, wenn die Hauptthemen einer Website konkreter sind als die Unterthemen: Ruhrgebiet – Bochum – Kultur oder iPod Touch – Spiele oder: Bienen – Klimawandel.
Der Einsatz von Doppelungen füttert Suchmaschinen mit Alternativen: Wenn es zwei gleichwertige Begriffe im deutschen und englischen gibt, könnten beide als Schlagwort verwendet werden, falls sie im Sprachgebrauch eine ähnliche Verbreitung haben. Beispiele sind Video-Anleitung und Screencast, Programm und Application. Das gleiche gilt für Abkürzungen, deren Ausschreibung ebenso häufig wie die Abkürzung benutzt wird, z.B. CMS und Content Managment System.
Optimierte Tag-Clouds entstehen nicht von heute auf morgen. Ich lasse ihnen Zeit zum Wachsen. Es kommt vor, dass bestimmte Begriffe einsam vor sich hindümpeln, weil sie meine Themen nicht mehr treffen. Ich stelle dann die Beiträge kurzerhand unter einem passenderen Schlagwort oder unter ein bereits vorhandenes ab. Konzentration und Straffung einer Schlagwortwolke ist schlicht benutzerfreundlicher als ausufernde Beliebigkeit, die mehr Themen vortäuscht, als vorhanden sind.
Beitreiber kommerzieller Websites sollten sich bei der Verschlagwortung gut überlegen, ob und welche Marken- und Produktnamen sie als Schlagwort einsetzen wollen und sich rechtlich beraten lassen.
Tag-Clouds müssen nicht wie Fremdkörper im Layout aussehen. Oftmals bestaune ich in Sidebars einen wüsten Haufen Wörter, der jedes Layout verhässlicht. Damit die Schlagwortwolken zumindest nicht den Zeilenabstand zerschiessen, empfiehlt sich eine massvolle Wahl zwischen der kleinsten und größten Wortgröße. Kleinere Tag-Clouds könnten ohne die nie erreichte Wolkenanmutung als Liste angelegt werden, Wort für Wort untereinander. Ich bevorzuge, wenn es das Layout zuläßt, eine dezent auftretende, zentrierte Tag-Cloud im Footer. Das widerspricht zwar Usability-Tests, die festgestellt haben wollen, dass Tag-Clouds im oberen Bereich der Seite (links bitte ;-) am häufigsten wahrgenommen würden. Ich gehe aber davon aus, dass sie im Alltag häufig ignoriert und übersehen werden, gerade auch wegen des häufigen Auftretens auf zahlreichen Websites. Wer sich aber wirklich für die Schlagwortwolke interessiert, wird sie auch an weniger exponierter Stelle im Layout finden und studieren.
Bleibt zuguterletzt die Frage, mit welchen Schlagwörtern ich diesen Beitrag hier verlinken möchte. Einerseits wäre Tag-Cloud relevant, andererseits weiss ich nicht, ob ich über das Thema noch etwas schreiben werde. Aber ich kann es ja trotzdem vorläufig auf die Probe stellen. Und da das Thema Tag-Cloud im Kern als SEO-Thema durchgeht, wäre Suchmaschinenoptimierung auch keine schlechte Wahl. Meine Wahl nun: Tagging – Suchmaschinenoptimierung – Tag-Cloud. Gut so?
Weiterführende Links:
- Tagging, die andere Indexierung des Internets
- Sven Lennartz: Über das Tagging
- Bildersuche bei bing: tag cloud
- Die Schlagwortwolkensuchmaschine: hulbee
